Forschung

Wissenschaft und Forschungsprojekte


Nach Thalidomid wurden weitere teratogene Arzneimittel wie Kumarinderivate (z. B. Warfarin), Vitamin A und seine Derivate (z. B. Isotretinoin), Folsäureantagonisten oder Antikonvulsiva, wie Hydantoin oder Valproinsäure, entdeckt.

Eine Vielzahl anderer Wirkstoffe gilt als potentiell embryo-/fetotoxisch, wobei der Effekt dieser Pharmaka vor allem von Dosis und Expositionszeit abhängt. Bei zahlreichen Präparaten liegen Fallberichte über Fehlbildungen vor, jedoch fehlen Studien mit statistischer Aussagekraft.

Angesichts der zunehmenden Inanspruchnahme unserer Beratungsstelle ergab sich über die beratende Funktion hinaus eine wachsende Notwendigkeit, das anfallende Datenmaterial wissenschaftlich auszuwerten.

Da sich embryonaltoxikologische Forschungen aus ethischen Gründen meist auf Tierversuche beschränken, bot sich hier eine ideale Möglichkeit, die häufig sehr dürftige Datenlage beim Menschen durch sorgfältige Erhebungen bei Anfrage nach Medikamentenanwendung in der menschlichen Frühschwangerschaft zu verbessern. Durch engagierte Mitarbeit der Anfragenden konnten wir die Rückmeldequote inzwischen auf ca. 75% anheben.

Dr. Paulus überblickt aus seiner langjährigen Tätigkeit über 35.000 Schwangerschaften nach entsprechenden Expositionen. Dies ermöglicht bei vielen Substanzen Aussagen über Fehlgeburts- und Fehlbildungsrisiken nach Anwendung in der Frühschwangerschaft.

“Beratung und wissenschaftliche Erfassung müssen in diesem sensiblen Bereich untrennbar verbunden sein, um auch in Zukunft den betroffenen Eltern helfen zu können“, unterstreicht Dr. Paulus.



Kontakt

Dr. med. Wolfgang Paulus
Leiter Institut für Reproduktionstoxikologie

Elisabethenstr. 17
88212 Ravensburg

Tel.: 0751 87 27 99
Fax: 0751 87 27 98

email
Anfahrtsskizze