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22.11.2022

Lebensqualität am Lebensende - Palliative Versorgung

Ravensburg – Aus Pflegeheimen, Sozialstationen und Hospizen sind sie zum Kurs in die Gesundheitsakademie in Weingarten gekommen: 14 Frauen haben den neu entwickelten interdisziplinären Basis-Lehrgang zur palliativen Versorgung besucht - und sind begeistert.

Begeisterte Teilnehmerinnen des neuen Basiskurses „Palliative Versorgung“, ganz vorn Kursleiter Thomas Radau.

„Wir haben sehr viel mitgenommen“, sagt eine Teilnehmerin. Sie alle, Pflegefachkräfte, Betreuungsassistentinnen und eine Hauswirtschafterin, hätten im beruflichen Alltag zwar bereits mit sterbenden Menschen zu tun. Aber es habe gut getan, sich einmal intensiv speziell mit der palliativen Versorgung zu beschäftigen. Palliative Versorgung bedeutet, Menschen am Ende ihres Lebens die Symptome zu lindern, die Ängste zu nehmen und die Betreuung nach ihren individuellen Wünschen und Bedürfnissen auszurichten. Im Kurs ging es um zum Beispiel um die Ernährung am Lebensende, die Schmerztherapie, den Umgang mit Trauer und die Kommunikation mit Angehörigen.
Was den Teilnehmerinnen gut gefallen hat: Dass die Vertreterinnen der verschiedenen Berufe, die sonst auch schon miteinander arbeiten, im Kurs an einem Tisch gesessen haben und intensiv miteinander ins Gespräch gekommen sind. Das stärke den Zusammenhalt. „So kann ein ganzes Haus gemeinsam daran arbeiten, die Lebensqualität am Lebensende zu verbessern“, findet auch Thomas Radau. Der Leiter des Hospizes Schussental der St. Elisabeth-Stiftung hat den neuen Lehrgang für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Altenhilfe zusammen mit einem qualifizierten Team entwickelt.

Ein Palliativkurs für Pflege-Fachkräfte dauert normalerweise vier Wochen, erklärt Radau. Aber viele Pflegeheime mit eng getaktetem Dienstplan könnten eine Pflegefachkraft nicht so lange entbehren. Oder die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wollten ihren Kollegen nicht zumuten, sie so lange zu vertreten. Deshalb dauert der neue Basiskurs nur eine Woche. Er wendet sich an alle, die in die Versorgung von Schwerkranken und Sterbenden einbezogen sind: Betreuungs-, Pflegefach- und Pflegehilfskräfte ebenso wie Mitarbeitende in der Hauswirtschaft.
Große Unterstützung beim Kursprojekt hat Radau von der Hospizstiftung Schussental bekommen. Ihr ist es ein Anliegen, die palliative Versorgung im Kreis zu verbessern: Auch Menschen, die nicht Gast im Hospiz sind, sollen von palliativer Kompetenz profitieren. Deshalb übernimmt die Hospizstiftung für Personen aus dem Landkreis Ravensburg die Kurskosten.
Offene Türen hat Radau mit seinem Kurskonzept auch bei der Gesundheitsakademie Bodensee-Oberschwaben in Weingarten eingerannt: Sie hat den Kurs veranstaltet und bietet ihn im Kursprogramm für 2023 wieder an. Die Teilnehmerinnen des Pilot-Kurses loben die kompetenten Referenten, die auf viel Wissen und Erfahrung zurückgreifen. Ihren Kolleginnen und Kollegen werden sie den Kurs sehr empfehlen.
Der nächste Kurs „Palliative Versorgung“ beginnt am 11. November 2023. Im Programm der Gesundheitsakademie ist er in der Rubrik Fort- und Weiterbildungen zu finden. Weitere Informationen gibt es unter www.ga-gesundheitsakademie.de.