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07.06.2024

Tag der offenen Tür zum 25-jährigen Jubiläum

EHINGEN – Die Werkgemeinschaft (WG) Ehingen für Menschen mit einer psychischen Erkrankung feiert ihr 25-jähriges Bestehen. Anlässlich dieses Jubiläums lädt die St. Elisabeth-Stiftung am 14. Juni 2024 zu einem Tag der offenen Tür ein. Die Veranstaltung beginnt um 14 Uhr in den Räumlichkeiten der Werkgemeinschaft in der Katharinasteige 7.

Die Werkgemeinschaft Ehingen feiert ihr 25-jähriges Jubiläum mit einem Tag der offenen Tür: Doris Hepp, Mitglied des Werkstattrates, und Daniel Kroll, Leiter des Bereichs Teilhabe & Bildung. Foto: St. Elisabeth-Stiftung

Die Jubiläumsfeier bietet die Gelegenheit, die Werkstatträume zu besichtigen, sich über die Leistungsangebote zu informieren und das Gespräch mit den Mitarbeitenden zu suchen. Kaffee, Kuchen und Live-Musik runden den Nachmittag ab. „Jedermann ist herzlich eingeladen, diesen besonderen Tag mit uns zu feiern und auf ein Vierteljahrhundert erfolgreicher Arbeit für Menschen mit einer psychischen Erkrankung zurückzublicken“, sagt Wolfgang Kühner, der den Bereich Produktion und Dienstleistung in der WG leitet.

„Ein wichtiges Ziel unserer Arbeit ist, Berührungsängste abzubauen und Menschen mit psychischen Erkrankungen Teilhabe am Arbeitsleben und Integration in unsere Gesellschaft zu ermöglichen – dazu soll auch unser Tag der offenen Tür beitragen“, sagt Daniel Kroll, der den Bereich Teilhabe & Bildung in der WG verantwortet. „Jeder von uns verdient es, in einer unterstützenden und inklusiven Gemeinschaft zu leben, in der psychische Erkrankungen mit Respekt und Verständnis behandelt werden."

Die Geschichte der Werkgemeinschaft Ehingen begann am 2. September 1999, als sie mit dem Ziel gegründet wurde, Menschen mit psychischen Erkrankungen in einer wohnortnahen Umgebung Arbeitsmöglichkeiten zu bieten. Die Räumlichkeiten in der Katharinasteige wurden damals nach dem Umzug der Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM) in die Breslauer Straße frei.

"Arbeitsangebote für Menschen mit psychischen Erkrankungen sind entscheidend für ihr Selbstwertgefühl, ihre Integration in die Gesellschaft und die Schaffung einer Tagesstruktur“, hebt Daniel Kroll hervor. „So bauen wir nicht nur Barrieren ab, sondern stärken auch die Vielfalt und den Zusammenhalt in unserer Gemeinschaft." Die Gründung der WG war in ein ganzes Bündel an Maßnahmen eingebettet, mit denen die Situation von Menschen mit psychischer Erkrankung in der Region verändert werden sollte: Durch die Auslagerung und Etablierung der Psychiatrischen Station, die Tagesklinik, die psychiatrische Institutsambulanz, Wohnangebote, Tagesstruktur und Arbeit sollte die psychiatrische und sozialpsychiatrische Versorgung in der Region verbessert und eine wohnortnahe Versorgung gewährleistet werden. „Zwischen den verschiedenen Trägern entwickelte sich eine gute Kooperation und eine gut funktionierende Gemeindepsychiatrie“, so Simone Miller vom Sozialdienst der Werkgemeinschaft Ehingen.

In der Werkgemeinschaft Ehingen bestand die Mannschaft der ersten Stunde aus neun Personen - fünf Klientinnen und Klienten und vier Mitarbeitende. „Die Herausforderung, die neue Werkstatt aufzubauen, hat unser Team damals durch großen Zusammenhalt, Engagement und bereichsübergreifendes Zusammenarbeiten gemeistert“, betont Miller. „Und sie haben das Richtige getan:  Die rasant ansteigenden Belegungszahlen haben gezeigt, dass eine wohnortnahe Versorgung von Menschen mit psychischer Erkrankung dringend notwendig war.“

Das Team der Werkgemeinschaft Ehingen besteht heute aus 16 Mitarbeitenden - Arbeitserzieherinnen und Arbeitserziehern, pädagogisch geschulten Facharbeiterinnen und Facharbeitern und Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen. Sie begleiten rund 80 Menschen mit einer psychischen Erkrankung auf dem Weg, ihre beruflichen Fertigkeiten und Fähigkeiten wiederzuerlangen und zu erhalten.

Die Klientinnen und Klienten der Werkgemeinschaft absolvieren zunächst eine berufsfördernde Bildungsmaßnahme im Berufsbildungsbereich, bevor sie in den Arbeitsbereich wechseln. Dort bearbeiten sie Aufträge von Unternehmen der Region in den Bereichen Montage, Elektromontage, Verpackung, Kabelkonfektionierung sowie Metall- und Kunststoffverarbeitung. Arbeitsbegleitend profitieren sie von unterschiedlichen Angeboten, die das Team der Werkgemeinschaft aufgebaut hat, wie zum Beispiel der Erwachsenenbildung.

Ein wichtiger Schritt in der Geschichte der Werkgemeinschaft war die Eröffnung der Außenstelle im Gewerbepark Laichingen, Heinrich-Kahn-Str. 24, im Jahr 2011. An der Außenstelle werden hauptsächlich Montagearbeiten durchgeführt – sie bietet heute zwölf Plätze.

Mit dem Inkrafttreten des Bundesteilhabegesetzes liegt der Fokus noch mehr auf einer personenzentrierten Förderung und die Leistungsangebote gestalten sich noch individueller. So entstanden auch Kooperationen mit verschiedenen Unternehmen in der Region, die Klientinnen und Klienten auf ausgelagerten Arbeitsplätzen beschäftigen.

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