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26.03.2025

Musik, Theater und Versöhnungsfest erinnern an Historie

HEGGBACH – Zahlreiche Interessierte aus Nah und Fern wollten die Gemeinschaftsaktion des Baltringer Haufens und der St. Elisabeth-Stiftung nicht verpassen, bei der sie an den Bauernaufstand vor 500 Jahren erinnerten – und dabei jeweils ein Jubiläum feierten: Neben dem Jahrestag des Bauernkriegs blickt die St. Elisabeth-Stiftung 2025 auf ihr 25-jähriges Bestehen zurück. Nach einem historischen Fackellauf, der von der Heggbacher Mühle nach Heggbach führte, gab es auf dem Marktplatz ein großes Treffen mit Musik, Theater und zum Ausklang ein Versöhnungsfest im Haus Elisabeth.

Bildunterschriften: 500 Jahre Bauernkrieg und 25 Jahre St. Elisabeth-Stiftung – ein Jubiläum, das kulturell aufbereitet am Freitag gefeiert wurde. Schüler der Grundschule Mietingen hatten ein Theaterstück vorbereitet. Lautstark kämpften die Bauern vor 500 Jahren im Kloster Heggbach für mehr Rechte. Fotos: Johannes Braun/Simon Eitel/St. Elisabeth-Stiftung

Mit dem Fackellauf erinnerten verschiedene Abordnungen des Baltringer Haufens sowie der St. Elisabeth-Stiftung an den März vor 500 Jahren, als Bauern der umliegenden Gemeinden einen historisch erfassten Sturm auf Heggbach unternahmen. Ziel der aufgebrachten Bauern war es, das damalige Kloster Heggbach zu plündern und niederzubrennen. Dieses historische Ereignis verkörperten der Baltringer Haufen, Ortsgruppe Baltringen, gemeinsam mit Schülern, die Heggbacher Trommlergruppe, Bewohnerinnen und Bewohnern aus Heggbach und von anderen Wohngruppen, der Baltringer Haufen Ortsgruppe Laupheim, ein Gespann der Bauerntanzgruppe mit Musik, die Bauerntanzgruppe Biberach und der Baltringer Haufen Ortsgruppe Biberach.

Der Fackellauf startete an der Heggbacher Mühle und führte auf dem Weg neben der Maselheimer Straße entlang zum historischen Torbogen in Heggbach. Dort rannten die verschiedenen Gruppen mit Geschrei und Getöse hindurch und stürmten auf den Heggbacher Marktplatz. Die geschichtlich versierte Eva Sorg aus der Stiftungszentrale der St. Elisabeth-Stiftung, erklärte den zahlreichen Interessierten auf dem Marktplatz die historischen Zusammenhänge. „Auf diesem Weg kamen damals auch die Bauern aus Maselheim, Sulmingen, Mietingen und Baltringen nach Heggbach, um gegen die Abgaben an die Nonnen zu protestieren“, führte Eva Sorg aus und ergänzte: „Die Bauern in ganz Deutschland kämpften in dieser Zeit für mehr Rechte, Freiheit und Selbstbestimmung.“

Um diese Situation von vor 500 Jahren noch lebendiger werden zu lassen, riefen die Schülerinnen und Schüler der Klasse 4b der Grundschule Mietingen die Ereignisse mit einem Theaterstück in Erinnerung. Gesangseinlagen des Baltringer Haufens und Bauerntänze der Bauerntanzgruppe Biberach rundeten das Programm ab. 

Es wurde deutlich, dass die Bauern trotz der Gewaltandrohung mehr Gerechtigkeit, Freiheit und gesellschaftliche Teilhabe forderten. Diese Forderungen seien heute noch so aktuell wie damals. Dass wir heute Freiheit haben, ohne Angst vor Repressalien protestieren und für unsere Rechte und Selbstbestimmung eintreten dürfen, sei eine wertvolle demokratische Errungenschaft. „Darauf können wir stolz sein und zu Recht feiern“, ergänzte Eva Sorg und lud zum Abschluss alle Teilnehmenden und auch alle Gäste zu einem Versöhnungsfest ins Haus Elisabeth in Heggbach ein. Die Veranstaltung wurde mit einer Spende der Gesellschaft Oberschwaben für Geschichte und Kultur e.V. unterstützt.

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