„Not-Vorrat“ hilft im Katastrophenfall
BAD WALDSEE - Schon ein längerer Stromausfall oder verunreinigtes Leitungswasser kann ausreichen, um in der Bevölkerung Krisenstimmung auszulösen. Von Überflutungen, Waldbränden oder anderen Naturkatastrophen in Zeiten der Erderwärmung ganz zu schweigen. Was Haushalte tun können oder sogar sollten, um sich für eventuelle Krisen zu wappnen und damit Einsatzkräfte zu unterstützen, zeigte ein sehr gut besuchter Vortrag von DRK-Kreisgeschäftsführer Gerhard Krayss im vollbesetzten Festsaal des Wohnparks am Schloss Bad Waldsee.

DRK-Kreisgeschäftsführer Gerhard Krayss gab den knapp 100 Seniorinnen und Senioren im Wohnpark am Schloss Bad Waldsee nützliche Tipps zur Vorbereitung auf einen möglichen Katastrophenfall. Foto: Sabine Ziegler/St. Elisabeth-Stiftung
Auf Einladung des Wohnparks am Schloss und des Stadtseniorenrates Bad Waldsee informierte Gerhard Krayss bei einem zweistündigen Vortrag zunächst über die Entstehungsgeschichte des DRK-Krisenvorsorgeseminares. „Das haben wir erstmals vor drei Jahren ins Programm aufgenommen, weil im Zuge des Krieges in der Ukraine die Sorge unserer Bevölkerung spürbar war im Hinblick auf einen befürchteten 'Blackout' durch Energiemangel. Seit diesem Frühjahr bieten wir es wieder an, weil die Sorge vor einem möglichen NATO-Bündnisfall größer wird“, so der DRK-Kreisgeschäftsführer dazu, der dieses Amt beim Kreisverband Ravensburg des Deutschen Roten Kreuzes seit 16 Jahren ausübt.
Im ersten Teil ging der Referent auf die Arbeit eines Krisenstabes im Katastrophenfall ein und stellte den anwesenden knapp 100 Seniorinnen und Senioren digitale Warneinrichtungen wie die Warn-App „NINA“ vor, zu der jede Person Zugang haben kann, die ein Smartphone nutzt. Und damit die Aufmerksamkeit nicht litt, ermunterte der Referent sein Publikum zwischendurch zur Betrachtung großer „Wimmelbilder“, die im Saal verteilt waren. Darauf versteckten sich „potenzielle Krisenszenarien“, die von den Anwesenden entdeckt wurden.
Nach einer Pause zum Durchschnaufen gab Gerhard Krayss, basierend auf den Empfehlungen des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK), viele praktische Tipps zur Vorbereitung auf einen möglichen Katastrophenfall, wie ihn beispielsweise die Bevölkerung des Ahrtals bei den Überflutungen vor vier Jahren erleben musste. Da bei Hochwasser oder anderen Unwetterereignissen Lebensmittel nur schwer zu beschaffen seien, sollte jeder Haushalt einen „Not-Vorrat“ für zehn Tage anlegen mit haltbaren Lebensmitteln und 20 Litern Mineralwasser pro Person.
Eine sinnvoll zusammengestellte Hausapotheke gehöre ebenfalls zu einer solchen „Check-Liste“, wie ausreichend Hygieneartikel aus dem Drogeriemarkt und die Bereithaltung der wichtigsten persönlichen Dokumente, sollte man das eigene Zuhause bei Hochwasser oder Großbränden schnell verlassen müssen. Neben der Beachtung von Brandschutzmaßnahmen, wie Rauchmelder installieren und Feuerlöscher besorgen, sollte sich die Bevölkerung auch gegen längere Stromausfälle wappnen. Dafür können Kerzen, Feuerzeuge, Taschenlampen, Batterien, Camping-Gaskocher und eine alternative Heizquelle daheim aufbewahrt werden. Auch eine fertig gepackte Reisetasche als „Notgepäck“ mit Bekleidung, Schlafsack, Hygieneartikeln, Essgeschirr, Trinkbecher und Dokumenten ist nach Einschätzung von Krayss sinnvoll, da im Falle einer Evakuierung jede Minute zählt.
