Reinschnuppern und Berufsideen sammeln
Biberach – Achtklässler aus dem benachbarten Ummendorf haben den Wohnpark am Jordanbad besichtigt und dabei Inspirationen für berufliche Möglichkeiten in der Senioreneinrichtung erfahren. Pflegedienstleiterin Amelie Slavik verriet dabei, dass sie am Ende ihrer Schulzeit keine rechte Lust aufs Lernen mehr gehabt habe und sie erst danach so richtig vom Ehrgeiz gepackt wurde.

Die achte Jahrgangsstufe der Umlachtalschule erhielt Einblicke in den Wohnpark am Jordanbad, um Ideen bei der beruflichen Orientierung zu sammeln.
Es war ein Gespräch auf Augenhöhe zwischen den Teenagern aus der Umlachtalschule und der Pflegedienstleiterin, die jetzt 30 ist und sich noch gut zurückversetzen kann, wie man in diesem jugendlichen Alter „tickt“. Ihr Realschulabschluss sei so lala gewesen, ein Freiwilliges Soziales Jahr bei der St. Elisabeth-Stiftung schließlich ihre Rettung, da orientierungsgebend. Amelie Slavik schilderte dann im Kurzdurchlauf, wie das „Jahr“ in eine Ausbildung mündete und sie danach durch ein Studium, mehrere Fortbildungen und über mehrere beruflichen Zwischenstationen in ihre jetzige Leitungsfunktion hineinfand. „Die Stiftung eröffnet da viele Möglichkeiten und zeigt sich auch bei der Übernahme von Kursgebühren großzügig“, machte Slavik den Achtklässlern Mut, sich Ziele zu setzen, die im Moment vielleicht noch als unerreichbar erscheinen. Im nächsten Jahr werden sie ihre Abschlussprüfungen absolvieren, schon jetzt aber werden sie intensiv aufs künftige Berufsleben vorbereitet.
Annegret Thieme vom regionalen Bildungswerk BBQ ist einmal in der Woche in der Werkrealschule vor Ort, erkundet die beruflichen Interessen ihrer Klienten und breitet vor ihnen den „Berufskompass“ aus, wozu auch Unterrichtsgänge zu Schulpartnern zählen, von denen die St. Elisabeth-Stiftung einer ist.
Auf einen Rundgang durch den Wohnpark, in dem 40 Seniorinnen und Senioren zwischen 56 und 104 Jahren leben und nach ihren Bedürfnissen betreut werden, schloss sich eine Vorstellung der Stiftung, ihrer Einrichtungen und ihres Selbstverständnisses an, vermittelt durch Amelie Slavik und Lucia Wäscher, Pflegefachkraft und Praxisanleiterin im Wohnpark. Slavik sprach die verschiedenen im Haus vertretenen Berufsfelder an und welche (Schul-)Abschlüsse dafür jeweils nötig sind. Fünf Ausbildungsplätze pro Jahrgang, vier zur Pflegefachkraft, einer zur Pflegehilfskraft, seien eingerichtet, doch komplett fürs kommende Ausbildungsjahr bereits vergeben. Für sie sei eine Tätigkeit im sozialen Bereich sehr sinnerfüllend, „meiner Meinung nach gibt es keine sinnvollere Arbeit“, rührte die Leiterin die Werbetrommel.
Die von Konrektorin Alexandra Bartels begleiteten Schülerinnen und Schüler ihrerseits interessierten sich für die Verdienstmöglichkeiten, aber auch für den Umgang mit Demenzkranken und dem Sterben und dem Tod, Themen, die im schulischen Alltag wohl nicht sehr im Blickpunkt stehen, im Wohnpark aber zum Alltag gehören.
Anschließend hatten Slavik und Wäscher für die Gäste noch einige Mitmach-Stationen vorbereitet. Sie durften einen Aufstehhilfe-Lifter zum rückenschonenden Arbeiten ausprobieren, probeweise die korrekte Händedesinfektion üben und an einem UV-Gerät überprüfen. Eine basale Stimulation mit ätherischen Ölen gehöre mit dazu.
