Kunst statt Kater: Farbenrausch im Hospiz
Sigmaringen – Mit Dudelsackklängen, kräftigen Farben und berührenden Begegnungen wurde die Ausstellung der Künstlerin Uta Oberneder im Hospiz Johannes eröffnet. Die besondere Vernissage zeigte eindrucksvoll, wie Kunst Räume und Herzen gleichermaßen öffnen kann.

Uta Oberneder präsentiert ihre kraftvollen Bilder im Hospiz Johannes. Foto: Amelie Störk/St. Elisabeth-Stiftung
Ungewöhnliche Töne erfüllten das Hospiz Johannes: Dudelsackspieler Thomas Werner sorgte mit seiner schottischen Einstimmung für einen ebenso kraftvollen wie sensiblen Auftakt der Ausstellungseröffnung von Uta Oberneder. Die Klänge hallten durch die Räume und verliehen der Veranstaltung eine besondere Atmosphäre – einmalig und berührend zugleich. Gerade in einem Umfeld, in dem Atemnot ein prägendes Symptom vieler Gäste ist, wirkte die Kraft des Instruments umso eindrucksvoller.
Die Einrichtungsleiterin Hildegard Burger begrüßte neben dem Team, Mitgliedern des Fördervereins und Ehrenamtlichen auch Bürgermeister Ehm sowie die Künstlerin und ihren Mann. In ihrer Ansprache machte sie deutlich, welche Bedeutung Kunst im Hospiz hat. „Kunst bringt Farbe ins Leben – und nicht nur an die Wände. Sie verschiebt den Fokus und ermöglicht Begegnungen untereinander und mit uns selbst“, so Burger. Gerade Bei der Konzentration auf ein Bild können Krankheit und Sorgen für eine Zeit in den Hintergrund treten. Zudem versteht Frau Burger die Kunst im Hospiz als einen Türöffner der Berührungsängste nimmt und die Hemmschwelle senkt.
Anschließend stellte der Ehemann der Künstlerin Leben und Werk von Uta Oberneder vor. Geprägt von Begegnungen, Fantasie und Farbe arbeitet sie mit außergewöhnlichen Materialien wie Moor, Marmormehl und Pigmenten. Ziel ihrer Kunst ist es, Menschen zu erfreuen, zu inspirieren und Momente der Entspannung zu schaffen. Einen Teil der Verkaufserlöse möchte sie zudem dem Hospiz spenden.
Bei der anschließenden Führung durch die Ausstellung gab Uta Oberneder persönliche Einblicke in ihre Arbeitsweise. Ihre Bilder entstehen aus dem Inneren heraus – kraftvoll, farbintensiv und oft voller Energie. Denn Kunst ist für sie ein Weg der Verarbeitung. So berichtete sie etwa von einem Werk, das am Silvestermorgen entstand, noch inspiriert von den Bildern des Feuerwerks arbeitete sie unteranderem mit fluoreszierenden Farben – „Kunst statt Kater“, wie sie augenzwinkernd bemerkte. Ein anderes Bild versetzt die Betrachtenden gedanklich in einen Bambuswald, während ein besonders eindrucksvolles Moorbild von persönlichen Erfahrungen mit Mooranwendungen geprägt ist. Oberneder arbeitet mit vielfältigen Techniken. Das Geheimnis, so sagt sie, sei das Gespür dafür, „wohin etwas soll“. Genau dieses Gespür macht die Ausstellung im Hospiz Johannes so besonders.
Die Ausstellung ist bis Montag, 29. Juni, jeweils dienstags und mittwochs von 15 bis 17 Uhr im Hospiz Johannes, Bittelschießer Straße 21, 72488 Sigmaringen zu sehen.
Bildunterschrift: Uta Oberneder präsentiert ihre kraftvollen Bilder im Hospiz Johannes.
Foto: Amelie Störk/St. Elisabeth-Stiftung
