Schließen Menü
24.03.2015
Sozialstation Gute Beth Bad Waldsee gGmbH

Demenz-Schulung interessiert

BAD WURZACH – Etwa zehn verheiratete Frauen mit türkischen Wurzeln und ebenso viele Schülerinnen der türkischen Mädchenschule in Bad Wurzach haben an einem Vortragsangebot der Sozialstation Gute Beth über die ambulante Pflege demenziell erkrankter Angehöriger teilgenommen. Referentin Michaela Höfer hat sich über das Interesse und die Aufgeschlossenheit der Teilnehmerinnen ebenso gefreut wie über den herzlichen Empfang in der Moschee.

„Die Handlungsweise in der ambulanten Pflege ist bei unseren türkischen Mitbürgerinnen kulturell bedingt anders“, fasst Michaela Höfer ihren Eindruck zusammen. „Die Frau ist zuhause für die Versorgung der gesamten Familie und insbesondere auch für hilfsbedürftige Familienmitglieder zuständig. Eigene Interessen werden zurückgestellt.“ Michaela Höfer ist Fachkraft für Gerontopsychiatrie und Demenzbeauftragte der Sozialstation Gute Beth. Unterstützt von Kalin Nebahat und Melek Sezer, der leitenden Erzieherin an der türkischen Mädchenschule, hat sie die Veranstaltung organisiert. „Für ihr tatkräftiges Mitwirken bin ich den beiden Damen sehr dankbar“, sagt Michaela Höfer.

In zwei mal zwei Stunden hat sie mit den türkischen Frauen, die teilweise mit Kindern gekommen waren, über Formen und Auswirkungen der Demenz und über den Umgang mit demenziell Erkrankten gesprochen. Sie zeigte Hilfsmöglichkeiten wie den Einsatz geeigneter Medikamente, die Einbeziehung eines Pflegedienstes oder die stationäre Unterbringung auf und gab allgemeine Tipps von Orientierungshilfen bis zur Wohnraumanpassung. Aufgefallen ist der Referentin, dass es bei den Teilnehmerinnen zwar noch an Wissen im Rahmen ambulanter Pflege mangelt, sie aber auch die Bereitschaft mitbringen, sich Kenntnisse anzueignen. Zum Nachlesen haben alle Frauen eine 20-seitige Informationsbroschüre in türkischer Sprache erhalten. Melek Sezer übernimmt es, künftige Angebote an die türkischen Frauen weiterzugeben.

„Der Empfang im Gebetsraum der Frauen in der Moschee in der Biberacher Straße war sehr aufgeschlossen und freundlich“, erinnert sich Michaela Höfer an den angenehmen Rahmen. „Man hat mich durch das Haus geführt und die Mädchen haben am Ende des zweiten Nachmittags einen kleinen Imbiss mit türkischen Leckereien angeboten.“