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25.03.2015
Fachdienst Beratung, Therapie und Assistenzplanung

Beratungsstelle für Bewohner, Angehörige und Mitarbeiter

HEGGBACH – Im Heggbacher Wohnverbund gibt es einen neu geschaffenen Service: Der Bereich „Beratung: Psychologie und Heilpädagogik“ bündelt kompetente Beratung und Hilfemaßnahmen für die Klienten im Heggbacher Wohnverbund. Die vier Mitarbeiterinnen, Expertinnen in Heilpädagogik und Psychologie, sind für insgesamt rund 500 Menschen mit Behinderungen zuständig, von denen 265 in Heggbach und 235 in den regionalen Wohnorten leben. Der Service wird immer häufiger in Anspruch genommen.

Ihre Büros haben sie im Haus Thomas in Heggbach. Von hier aus oder durch „Hausbesuche“ unterstützen sie die Menschen mit Behinderungen am Standort Heggbach sowie in den regionalen Wohnorten. Klienten, die tagsüber im Werkstattverbund beschäftigt sind, haben die Möglichkeit zu Beratungsterminen am Feierabend. Erreichbar sind die Beraterinnen in Krisensituationen  auch, wenn ihre Büros nicht besetzt sind, beispielsweise während Terminen an den dezentralen Standorten. Christina Höhn ist Altenpflegerin, Heilerziehungspflegerin und Heilpädagogin. Sie hat sich auf die Senioren im Heggbacher Wohnverbund spezialisiert und gibt Antworten auf Fragen rund um Rente, Gesundheit und Pflege oder wenn ein Umzug ansteht. Monika Roth begleitet als Heilpädagogin vor allem Menschen, die arbeiten und sehr viel Hilfe im Alltag benötigen. Ihr können die Klienten mitteilen, was sie lernen möchten und wo man ihnen unter die Arme greifen sollte. Zudem hat sie sich auf den Bereich Deeskalations-Beratung spezialisiert. Sabine Straub und Susanna Dürrenberger sind Psychologinnen und beraten Menschen mit Behinderungen, die psychische Probleme haben. Besonders in den Wohngemeinschaften des sogenannten „Längerfristig intensiv betreuten Wohnens (LibW)“ ist die psychologische Unterstützung sehr wichtig, da dort Menschen leben, die neben ihrer Behinderung oft unter stark ausgeprägten psychischen Erkrankungen leiden. Sabine Straub steht darüber hinaus Bewohnern mit erworbener Hirnschädigung beratend zur Seite. Sie hilft ihnen dabei, die Krankheit zu verarbeiten sowie schwierige Lebenslagen zu bewältigen. Um bei ihren Adressaten bekannt zu werden, hat das Team einen Flyer in leichter Sprache inklusive Anmeldebogen herausgebracht. Mittlerweile hat die Nachfrage nach Einzel- oder Gruppenberatung fortlaufend zugenommen. Jeder Klient kann unabhängig von den inhaltlichen Schwerpunkten selbst entscheiden, von welcher  Expertin er beraten werden möchte. „In dieser Wahlfreiheit liegt ein Stück Normalität“, erklärt Wolfgang Dürrenberger, Leiter Begleitende Dienste. Daneben erfüllen die Fachfrauen konzeptionelle Aufgaben. Im Heggbacher Wohnverbund ist dank der UN-Behindertenrechtskonvention viel in Bewegung. Neue Konzepte zur Begleitung der Menschen mit Behinderungen werden eingeführt und umgesetzt, wie der Leitfaden „Sexualität und Behinderung“, der die Intimsphäre schützt und Rechte für dieses menschliche Bedürfnis stärkt. Die Expertinnen verdeutlichen den Mitarbeitern, wie sie mit dem Leitfaden arbeiten können.   Früher waren die Mitarbeiter gefordert, die benötigte Hilfe für Menschen mit Behinderungen zu definieren. Heutzutage haben Menschen mit Behinderungen ein großes Mitspracherecht. „Wenn sie mit einbezogen werden, dann nehmen sie das sehr ernst“, berichtet Monika Roth. Neben vielen Einzelberatungen sind inzwischen auch mehrere Gruppenangebote entstanden, zum Beispiel ein offener Gesprächskreis für Frauen. Der fachkundige Rat bringt auch die Mitarbeitenden der Wohngemeinschaften weiter. So erhalten sie zum Beispiel Tipps zum Umgang mit bestimmten Krankheitsbildern oder Verhaltensweisen. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Angehörigenarbeit. Denn die Angehörigen der Menschen mit Behinderungen möchten informiert sein und mitreden – auch sie wenden sich mit ihren Anliegen an den Bereich „Beratung: Psychologie und Heilpädagogik“.