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13.03.2018
Fachdienst Bildung und Entwicklung, Heggbach

Männerschnupfen und Marzipankartoffeln

HEGGBACH – Einen Abend lang standen die Uhren im Festsaal in Heggbach auf „Halbadrui“. Eine tolle Zeit – lustig, musikalisch und höchst kurzweilig. Die singenden Damen aus dem Illertal brachten das Publikum mit ihren haarscharfen Alltagsbeobachtungen rund um Schokolade und Gemüse, Figur und Frisur und natürlich Männer zum Dauerlachen.

„Halbadrui“ zauberten dem Publikum in Heggbach ein Lachen ins Gesicht. Foto: Gottfried Brauchle/St. Elisabeth-Stiftung

„Hejo, mach dei Kloid zua, `s goht glei los!“ Natürlich war keine von ihnen „g`richt“ und so geriet schon das Vervollständigen der Garderobe und das wenig damenhafte und doch typisch weibliche Gerangel um einen Platz zum Umziehen „hendr dr Bühne“ - also „bäggsdeidsch“ - zum Angriff auf die Lachmuskeln der Zuschauer. Bevor es dann richtig zur Sache ging, begrüßte Angela Gschwender, Organisatorin der Veranstaltungsreihe des Heggbacher Wohnverbundes „Kultur in Heggbach“, das Publikum. „Wir freuen uns ganz arg, dass der Saal proppenvoll ist.“

Gewandet in Omas Sonntagskleidung – braves Kostüm, Polyesterkleid und Fuchsstola – beleuchtete „Halbadrui“ sodann auf herrlich vergnügliche Weise unverfälscht schwäbisch, urkomisch und stimmlich überzeugend die Fallstricke des Alltags. Ausläufer der Grippewelle hatten aus dem Sextett ein „Feiftett“ gemacht, was die Mädels aus Unteropfingen aber nicht aus dem Konzept brachte. Unbeirrt verglichen sie singend und schwätzend Schokolade, Gemüse und Männer und kamen trotz fetzig gerappter Adipositas-Warnung zu dem Schluss, dass nur Schokolade wirklich glücklich macht. Oder doch Diamanten? „Klunker sind meine beschte Fraind“ – ein gesungenes Meisterstück, ebenso wie Armstrongs „Wonderful world“, das in der Halbadrui-Version natürlich mit einem schwäbischen und eigens auf den Ort des Auftritts zugeschnittenen Text untermalt wurde: „dia Kend, wo umanand schbringed ... isch des schee z`Heggbach.“

Überhaupt waren die Künstlerinnen bestens vorbereitet und wussten etwa vom Heggbacher Sommerfest, dass „se de do schier verdappet“ und dass die Franziskanerinnen in dem einstigen Kloster „dia, wo ma niana hau hot wella, aufgnomma hont.“ Witzig und hintergründig ging es im Verlauf des Abends um die Fragen, ob die Strumpfhose „unterm Bauch oder überm ersten Ring“ besser platziert ist, ob es sich bei Marzipankartoffeln, Schnapsbohnen und Schokolinsen nun um Gemüse oder doch um Schokolade handelt und um andere delikate Themen mehr.

Das Publikum ging von Anfang an begeistert mit und wollte die Gäste am Ende fast nicht gehen lassen. Mit „Guten Abend, gut Nacht“ und einem „mir hont furchtbar gära gsunga für ui“ verabschiedeten sich „Halbadrui“ schließlich ganz leise und wunderschön. Eingeschlafen, wie verschmitzt erhofft, sind die Zuschauer dabei aber nicht. Einige haben mitgesungen und alle sind mit einem Lächeln im Gesicht aufgestanden.

 

Info: Zum Vormerken: Kultur in Heggbach lädt am 14. Juni um 19 Uhr zu Kultur & Genuss mit der Band Tonwerk auf den Heggbacher Marktplatz ein