Schließen Menü
30.07.2019
Altenhilfe

Bundestagsabgeordnete besucht Hospiz Ursula

LEUTKIRCH - Zwei Wochen nach Eröffnung besuchte die Bundestagsabgeordnete von Bündnis90/Die Grünen Agnieszka Brugger das Hospiz Ursula.

Hospiz-Leiterin Evelyn Mauch freut, sich, zusammen mit Annette Köpfler, Leiterin Altenhilfe der St. Elisabeth-Stiftung, die Ravensburger Abgeordnete im 640 Quadratmeter großen Wohnbereich begrüßen zu dürfen. Sie führt Brugger zunächst auf den eigens angebauten Balkon mit Blick ins Grüne und die Stadt. „Der Balkon ist ein Segen“, erläutert Mauch, „ hier sitzen auch die Angehörigen gerne“. Mauch zeigt der Politikerin die Küche, in der Frühstück und Abendessen zubereitet werden, und das Wohlfühlbad. Im Raum der Stille nimmt man kurz Platz vor dem eindrucksvollen Wandbehang „Himmelsleiter“, der von einer Ordensschwester aus Sießen gestaltet wurde. Mauch weist auf die schlichten Christusfiguren hin, die noch aus dem Krankenhaus stammen. Sie zieren, kombiniert mit Holzscheiben aus dem Park, auch hier die Wand. Die Hospiz-Leiterin weiß, nicht zuletzt von den Rückmeldungen am Tag der Offenen Tür, dass viele Leutkircher sich freuen, im ehemaligen Krankenhaus mit Landratsamt und weiteren Dienstleistungen nun auch wieder eine Pflegeeinrichtung zu haben. „Und hier findet wirklich Leben statt. Bis zum Schluss“.

20 Personen arbeiten im Team, viele in Teilzeit. „Wir haben hier dank des guten Pflegeschlüssels wirklich die Möglichkeit, den Kranken gerecht zu werden“. Köpfler ergänzt, dass man hier leichter Personal gewinnen konnte als in anderen Pflegereinrichtungen, obwohl die Bezahlung dieselbe sei. „Ich bin unbedingt für mehr Geld in der Pflege“, stimmt Brugger zu, “aber die Arbeitszufriedenheit ist ein ebenso wichtiger Faktor wie die Bezahlung“. Beim Besuch eines gerade nicht belegten Zimmers empfindet Brugger kein Krankenhausflair sondern wähnt sich „in einem netten Hotel“.

Die engagierte Hospiz-Leiterin Mauch, die bereits vor zwanzig Jahren als Krankenschwester im Gebäude gearbeitet hat, weist darauf hin, dass im Hospiz sehr respektvoll mit Tod und Trauer umgegangen aber auch immer wieder gelacht werde. „Wir sind keine Maschinen, wir dürfen lachen und auch weinen“.

Durchschnittlich sterben in den schon länger bestehenden Hospizen der Stiftung in Biberach und Ravensburg mit ebenfalls acht Zimmern jeweils hundert Gäste pro Jahr, merkt Köpfler an. „Die Menschen, die hier arbeiten, tragen viel Verantwortung“, erläutert Mauch. „Wir sind hier in der Palliativ-Versorgung tätig und müssen immer vorausschauend denken“.

Auf die Frage der Politikerin, was in Pflegeeinrichtungen verbessert werden muss, nennt Köpfler die bessere Personalausstattung in Pflegeeinrichtungen. „Dreißig Prozent der Menschen sterben in Pflegeheimen, da haben wir zu wenig Personal. Wir müssen dafür sorgen, dass Palliativpflege überall bestmöglich betrieben werden kann“. Auf die Frage der Politikerin, wie die medizinische Versorgung im Hospiz Ursula sichergestellt werde, erläutert Mauch, dass die Gäste von ihren bisherigen Hausärzten versorgt werden oder das Hospiz einen Arzt sucht, der die medizinische Betreuung übernimmt.

„Die Arbeit hier ist spannend von morgens bis abends. Wir versuchen, jedem einzelnen Gast gerecht zu werden“, bekräftigt die Hospiz-Leiterin zum Abschied. Brugger bedankt sich sichtlich beindruckt „für diesen Termin der ganz besonderen Art. Ich freue mich, zu sehen, dass dieses Haus in sehr guten Händen ist“.