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16.07.2020

Den Saunabereich trifft es am stärksten

BIBERACH - Seit dem 6. Juni hat die Therme Jordanbad wieder geöffnet - mit einem ausgeklügelten Hygienekonzept: Jedem Badegast werden im Wasser vier, auf Ruhe- und Liegeflächen zehn Quadratmeter gewährt.

Das Jordanbad hat ein Hygienekonzept erarbeitet, die Besucher werden in allen Bereichen optimal geschützt. Fotos: Andrea Reck/St. Elisabeth-Stiftung

Am 4. Juni erließ die Landesregierung die Corona-Verordnung für Sportstätten. Zwei Tage später konnten die ersten Gäste bereits ins warme Nass eintauchen, nach weiteren zwei Tagen war die Saunalandschaft geöffnet. „In einer siebenköpfigen Projektgruppe hatten wir zuvor schon ein stimmiges Hygienekonzept erarbeitet“, erklärt Erich Hipp, Geschäftsführer der Jordan Therme GmbH. Man hatte bereits im Vorfeld Informationsmaterial von den Interessenverbänden, wie dem Baden-Württembergischen Heilbäderverband und der Deutschen Gesellschaft für das Badewesen, erhalten.
Die Corona-Verordnung wird nun laufend angepasst, derzeit müssen pro Badegast im Wasser vier Quadratmeter eingehalten werden. Das Jordanbad verfügt über 690 Quadratmeter Wasserfläche im Bad und 136 Quadratmeter im separaten Saunabereich. Bei den Ruhe- und Liegeflächen werden jedem Gast zehn Quadratmeter eingeräumt. Derzeit dürfen im günstigsten Fall zeitgleich maximal 450 Personen eingelassen werden – abhängig vom Wetter gibt es doch bei Regen keine zusätzlichen Ruheflächen im Außenbereich. Das elektronische Zutritt-System überwacht die Auslastung, Schilder an allen Becken weisen auf die jeweilige maximale Belegung hin.
Naturgemäß besuchen die meisten Gäste zwischen Oktober und März das Thermalbad. Im Sommer ist es generell ruhiger. „Wir haben also Zeit zum Üben“, freut sich Hipp. Ab August, pünktlich zum Beginn der Schulferien, soll eine online-Reservierung über den Tag verteilt die maximale Auslastung erleichtern. „Wir haben aktuell weniger Besucher als sonst im Sommer. Bisher mussten wir unsere Gäste nur vereinzelt um Geduld bitten, bis sie in den Saunabereich eingelassen werden konnten. Im Saunabereich trifft es uns mit am stärksten. Vor Corona konnten 400 Besucher gleichzeitig die Saunalandschaft nutzen, derzeit nur 130. Hinzu kommen ja vor allem am Wochenende auch die Gäste des Parkhotels“, gibt Hipp zu bedenken. „Generell erhalten wir sehr gute Rückmeldungen. Viele Gäste sind froh, dass sie nach fast drei Monaten Schließung wiederkommen und im warmen Wasser entspannen können“.
Von Mitte April bis Anfang Juni mussten 58 von 65 Beschäftigten in „Kurzarbeit Null“ gehen, das heißt überhaupt nicht zur Arbeit kommen. In der Revisionsphase während der „zwangsverordneten“ Schließung wurde viel für die Instandhaltung getan, im Familienbereich sind die Arbeiten noch nicht ganz abgeschlossen: Spaßbecken, Planschbecken und Rutschen können derzeit nicht benutzt werden. Hipp betont, dass trotz des personellen Mehraufwandes die Eintrittspreise noch nicht erhöht wurden. Eine Anpassung werde aber zwingend notwendig sein. Die Mitarbeitenden kümmern sich um zusätzliche Desinfektions-Maßnahmen und achten auf die maximale Belegung der Becken und Schwitzräume. Dampfbäder und Aufgüsse dürfen aufgrund der geltenden Corona-Verordnung nicht angeboten werden. Zutritte und Wege wurden markiert, manche Liegen sind zur Wahrung des notwendigen Abstands gesperrt.
Unter der Woche genießt es die Besucherschaft, so viel Platz zur Verfügung zu haben. „Ach, jetzt geht’s mir und meinem Rücken wieder gut“, lacht eine Dame und lässt sich im Außenbereich der Sauna ins wohlig warme Wasser gleiten und fügt hinzu: „Meinetwegen könnte immer so wenig los sein“. Erich Hipp freut sich zwar über die zufriedene Besucherin, hegt aber die Hoffnung, im Herbst ein trotz aller Einschränkungen maximal ausgelastetes Bad zu führen. Mit dem sorgfältig ausgearbeiteten Hygienekonzept tut er derzeit alles dafür, die Gesundheit seiner Gäste zu garantieren.