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16.07.2020

„Im schützenlosen Jahr ein Zeichen setzen“

BIBERACH – Im Wald der Schützen-Stelen auf dem Gigelberg stehen auch Rundhölzer aus der Werkstatt für behinderte Menschen Biberach. „Danke für die tolle Idee mit Schütza.Pfoschda.Gugga“, freut sich Andreas Hollacher, Niederlassungsleiter in der WfbM Biberach. „Klar, dass unsere Beschäftigten da dabei sein und im schützenlosen Jahr ein Zeichen setzen wollen.“

(v. links) Andreas Hollacher (Niederlassungsleitung Teilhabe & Bildung), Sabrina Bumke (Sozialdienst und Erwachsenenbildung) und Stefan Nusser (Niederlassungsleitung Produktion & Dienstleistung) vor den Stelen der WfbM Biberach auf dem Gigelberg. Foto: Andrea Reck/St. Elisabeth-Stiftung

Unter dem Motto „Biberacher GigelWerk – Schützen.Stelen.Schauen“ brachten Biberacher am 13. und 14. Juli ihre selbst gestalteten Stelen auf den Gigelberg, um im schützenlosen Jahr 2020 Gemeinschaftsgefühl zu pflegen. Unter den weit über 500 Kunstwerken stehen auf der Wiese mit Blick zur Martinskirche bis Anfang August auch elf Stelen, die von den Beschäftigten der Werkstatt für behinderte Menschen Biberach (WfbM) mit den Standorten  in Birkenhard, der Waldseer Straße und der Landschaftspflege in der Rindenmooser Straße gestaltet wurden.
Angeregt und begleitet wurde die Aktion von Cornelia Haid, Christine Paul und Sabrina Bumke vom Sozialdienst und der Erwachsenenbildung in der WfbM Biberach im Heggbacher Werkstattverbund der St. Elisabeth-Stiftung. Die Arbeitserzieher der insgesamt elf Werkstatt-Gruppen überlegten sich zusammen mit ihren Mitarbeitenden originelle Motive. Die Textilgruppe etwa zog ihrer Stele ein schwingendes gelb-blaues Kleid mit passendem Mundschutz über, die Schlosserei dekorierte schwergewichtig mit Metall, während die Landschaftspflege hölzerne Schmetterlinge über Blumenwiesen fliegen lässt und die „Küchenfeen“ ihrer Stele eine Kochmütze aufsetzten.
Die verschiedenen Montagegruppen zeigen unter anderem auf, was sie in diesem Jahr ohne Schützen vermissen oder was sie in ihren Montagegruppen alles fertigen. Und die Datenarchivierung stellt kreativ mit Tonbändern, CDs und Kassetten an ihrer Stele gestalterisch dar, welche analogen Medien sie digitalisieren kann. Nachhaltig wird die Aktion auch sein: Die Stelen werden im August zurück in die WfbM geholt und im nächsten Jahr an Schützen auf der Wiese vor dem Werkstattgebäude in Birkenhard wieder aufgestellt.
Andreas Hollacher, Niederlassungsleiter in der WfbM Biberach betonte bei der Aufstellung der Stelen auf dem Gigelberg: „Unseren Menschen mit Assistenzbedarf waren hoch motiviert und kreativ bei der Gestaltung der Stelen mit dabei.“ Allerdings mit einem weinenden Auge – wie so viele Biberacherinnen und Biberacher. „Unser traditionelles Gartenfest am Schützenmontag muss in diesen Jahr coronabedingt ausfallen“, bedauert Andreas Hollacher. „Aber natürlich werden am Freitag an den drei Standorten der WfbM Biberach wieder die Schützenfahnen gehisst und der Schützenbatzen verteilt. Das Schützenlied läuft diesmal leider nur vom Band.“