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03.05.2021
Hospiz St. Martinus

Hospiz St. Martinus Alb-Donau bekommt Segen

KIRCHBIERLINGEN - Die Katholische Gesamtkirchengemeinde Ehingen und die St. Elisabeth-Stiftung haben zusammen die Idee von einem Hospiz für den Alb-Donau-Kreis umgesetzt. Im Mai werden die ersten Gäste in das Hospiz einziehen können.

Pfarrer Harald Gehrig segnet eines der Gästezimmer.

Der Heilige Martin ist der Kirchenpatron der Kirchengemeinde Kirchbierlingen. „Wie Martin den Menschen seiner Zeit heilsam nah war und ihnen Gottes Liebe verkörperte, soll auch hier im künftigen Hospiz die heilsame Nähe Gottes erfahrbar sein“, sagte Harald Gehrig, Leitender Pfarrer der Seelsorgeeinheit Ehingen-Stadt, in seiner kurzen Ansprache bei der Segnung des Hauses. Die Segnung musste corona-bedingt im ganz kleinen Kreis stattfinden. „Wir bedauern es sehr, dass wir der Bevölkerung nicht bei einem Tag der offenen Tür zeigen konnten, was aus dem Gebäude geworden ist“, betonte Gesamtkirchenpfleger Peter Hecht bei der Übergabe des Hauses an die St. Elisabeth-Stiftung, die das Hospiz betreiben wird. Kirchengemeinde und Stiftung haben sich aber vorgenommen, am 1. Mai 2022 zum einjährigen Bestehen ein Fest mit den Bürgerinnen und Bürgern der Region zu feiern. Voraussichtlich Mitte April werden die ersten Gäste einziehen.

Das Hospiz geht mit einem 15-köpfigen Team aus Fachkräften in Pflege und Hauswirtschaft an den Start. Die Hospizleitung hat Gabi Zügn übernommen. Die Sozialfachwirtin engagiert sich seit vielen Jahre als ehrenamtliche Hospizbegleiterin. In den letzten sieben Jahren hat sie die mehr als 30 ehrenamtlichen Hospizbegleiterinnen und Hospizbegleiter der ökumenischen Hospizgruppe Ehingen koordiniert. Pflegedienstleiterin ist Sabine Graf. Die gelernte Krankenschwester verfügt über langjährige Erfahrung im ambulanten Bereich und dadurch auch in der Begleitung Sterbender. Im Hospiz wird sie auch ihre Leitungserfahrung und eine Zusatzqualifikation in Palliative Care einbringen.

Für die Gäste des Hospizes entstehen keine Kosten. Die Kranken- und Pflegekassen finanzieren die Kosten des laufenden Betriebs aber nur zu 95 Prozent. Um die verbliebenen Kosten – kalkuliert sind rund 150.000 Euro - zu decken, ist das Hospiz dauerhaft auf Spenden angewiesen.  Die katholische Gesamtkirchengemeinde und die St. Elisabeth-Stiftung hoffen darauf, dass Bürgerinnen und Bürger aus Ehingen und Umgebung das neue Hospiz unterstützen.

Das Hospiz ist im ehemaligen Pfarrhaus der Kirchengemeinde St. Martinus Kirchbierlingen untergebracht. Das denkmalgeschützte Gebäude hat eine lange Tradition: Abt Edmund von Marchtal hat den barocken Pfarrhof in den Jahren 1758 bis 1762 errichtet. Die Marchtaler Äbte haben ihn lange Zeit als Sommersitz genutzt.

Statements:

Heiner Scheffold, Landrat Alb-Donau-Kreis: „Menschen in der letzten Phase ihres Lebens brauchen die Gewissheit, dass sie nicht alleine sind und in jeder Hinsicht gut und liebevoll begleitet und versorgt werden. Das hilft auch den Angehörigen. Mit dem St. Martinus Hospiz Alb-Donau in Kirchbierlingen steht den Bürgerinnen und Bürgern in der Region rund um Ehingen und darüber hinaus eine willkommene und notwendige Einrichtung offen. Ich begrüße das sehr. Der Landkreis unterstützt dieses Projekt gerne. Die Kooperationspartner, die Katholische Gesamtkirchengemeinde Ehingen und die St. Elisabeth-Stiftung Bad Waldsee, haben mit weiteren Netzwerkpartnern durch den Umbau des ehemaligen Pfarrhauses ein Hospiz aufgebaut, in dem sterbenskranke Menschen ihre letzten Tage und Wochen in Würde verbringen können. Sie sind geborgen und doch mitten in unserer Gesellschaft.“ 

 

Alexander Baumann, Oberbürgermeister Stadt Ehingen: „Im ehrwürdigen ehemaligen Kirchbierlinger Pfarrhaus nimmt nun das erste Hospiz im Landkreis seinen Betrieb auf. Anerkennung und Dank gilt der Gesamtkirchengemeinde für die gelungene Renovation des Gebäudes und der St. Elisabeth-Stiftung für den Betrieb. Diese Einrichtung gehört in die Nähe der Menschen in schwierigen Situationen und ist deshalb ein wertvoller Gewinn für die Stadt Ehingen und die Region.“

 

Harald Gehrig, Leitender Pfarrer der Seelsorgeeinheit Ehingen-Stadt: „Ich freue mich sehr, dass wir als Gesamtkirchengemeinde Ehingen zusammen mit der St. Elisabeth-Stiftung das Hospiz St. Martinus Alb Donau realisieren konnten. Schon bald werden hier Menschen zu Gast sein, die unserer Fürsorge anvertraut sind. Dies wollen wir ganz im Sinne des heiligen Martin tun, dem Vorbild christlicher Nächstenliebe. Es wäre schön, wenn Menschen ihre Sympathie dem Hospiz gegenüber zum Ausdruck bringen, indem sie es durch ehrenamtliches Engagement begleiten.“

 

Peter Hecht, Gesamtkirchenpfleger: "Wir als Gesamtkirchengemeinde Ehingen und Bauherr sind sehr glücklich darüber, dass wir das historische ehemalige Pfarramt in Kirchbierlingen einem so wichtigen Zweck zuführen können. Trotz der angespannten Situation auf dem Bausektor und trotz der Corona-Pandemie konnten wir das 3-Millioneneuroprojekt mit dem Umbau des historischen denkmalgeschützten Gebäudes und der Erstellung des Anbaus in gerade mal 15 Monaten auch dank des Architekturbüros Michael Hamm und der Fachingenieurbüros Reinhard Bohnacker und Markus Reuder sowie dank vieler Handwerker realisieren. Es ist gelungen, das Bauvorhaben in das bestehende Ensemble Kirche, ehem. Pfarrscheuer und ehem. Pfarrhaus bestens zu integrieren, so dass sich die Gäste und Besucher des Hospizes auch atmosphärisch unter den gegebenen Umständen dort sicher sehr wohlfühlen werden."

 

Matthias Ruf, Vorstand St. Elisabeth-Stiftung: „Unsere Gründerinnen, die Franziskanerinnen von Reute, haben die St. Elisabeth-Stiftung beauftragt, Hilfe für Menschen in leiblichen und geistigen Notlagen zu leisten. Diesen Auftrag setzen wir in unseren Hospizen um, indem wir Menschen in ihrem persönlichen, einzigartigen Sterbeprozess zur Seite stehen und sie positiv begleiten. Wir tun dies aus einer franziskanischen Grundhaltung heraus und sind gerade aus dieser Grundhaltung heraus für alle Menschen da - egal welchen Glauben oder welche Weltanschauung sie haben.“

 

Annette Köpfler, Leiterin der Altenhilfe der St. Elisabeth-Stiftung: „Die St. Elisabeth-Stiftung verfügt über einen großen Erfahrungsschatz, was Hospize anbelangt. Das Hospiz St. Martinus Alb-Donau ist unser fünftes Hospiz. Diese breite Erfahrung sichert eine Betreuungsqualität auf hohem Niveau. Gleichzeitig darf und soll sich jedes Hospiz individuell und für die Region passend entwickeln.“

 

Tobias Bär, Leiter des Bereichs Hospize innerhalb der Altenhilfe St. Elisabeth-Stiftung: "Wir verstehen unsere Hospize als einen Teil des palliativen Netzwerks. Wir betreuen Gäste, die auf Grund besonderer Herausforderungen in Ihrem gewohnten Umfeld trotz ambulanter Möglichkeiten nicht versorgt werden können. Dabei setzen wir auf eine gute Kooperation mit allen Beteiligten.“

 

Gabi Zügn, Leiterin des Hospizes St. Martinus Alb-Donau: „In unserem Team arbeitet Fachpersonal aus Pflege und Hauswirtschaft eng zusammen. Unser Ziel ist es, unsere Gäste kompetent und liebevoll im Leben zu unterstützen und in ihrem individuellen Sterbeprozess zu begleiten. Wir möchten liebgewonnene Rituale unserer Gäste fortsetzen und bis zuletzt mit ihnen pflegen. Besonders wichtig ist uns, Ansprechpartner für An- und Zugehörige zu sein.“