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22.12.2021
Geschäftsbereich Altenhilfe allgemein

Altenzentrum Goldbach schließt während Umbau

OCHSENHAUSEN – Die St. Elisabeth gGmbH muss das Altenzentrum Goldbach (AZG) für die geplante Sanierung schließen. „Das Haus im laufenden Betrieb zu sanieren, ist nicht möglich“, sagt Jürgen Gebhardt. Der Geschäftsführer der St. Elisabeth gGmbH hat sowohl Bewohner und Angehörige als auch den Ochsenhausener Gemeinderat über die geänderten Pläne informiert.

Eigentlich war geplant, die Sanierung des AZG im laufenden Betrieb durchzuführen. Das AZG bietet 72 Dauerpflegeplätze und 14 Wohnungen mit Service.  Das Haus sollte Stockwerk für Stockwerk umgebaut werden, während jeweils ein Stockwerk noch bewohnt ist. „Es hat sich aber herausgestellt, dass das nicht möglich ist“, sagt Jürgen Gebhardt. „Die Sanierungsarbeiten müssen deutlich umfangreicher als ursprünglich geplant ausfallen.“ Weil sich die ersten Entwürfe zur Verlegung der Aufenthaltsräume im AZG aus statischen Gründen nicht umsetzen lassen, werde die Raumplanung deutlich komplexer, so Gebhardt. Und weil ein Teil der Wasserleitungen defekt ist, müsse unter Umständen die gesamte Sanitärinstallation erneuert werden. „Die Staub- und Lärmbelästigung wären für die Bewohnerschaft und für das Personal nicht zumutbar.“ Jürgen Gebhardt kündigte an, dass das AZG für den Zeitraum der Bauarbeiten – voraussichtlich für rund ein Jahr – geschlossen werden muss. Die Umbaumaßnahmen sind durch die Landesheimbauverordnung notwendig geworden – unter anderem sind nach der Verordnung Doppelzimmer nicht mehr zulässig.

 Weil das AZG für die Sanierung geschlossen werden muss, kann die St. Elisabeth gGmbH ihre ursprüngliche Zusage, während der Sanierung 72 Pflegeplätze in Ochsenhausen zu erhalten, nicht einhalten. 45 Bewohnerinnen und Bewohner können in den neuen Wohnpark Rottuminsel umziehen. Momentan leben im Pflegeheim des AZG 64 Bewohnerinnen und Bewohner. „Der Umzug ins neue Haus findet erst statt, wenn wir für alle Bewohnerinnen und Bewohner des Altenzentrums Goldbach eine angemessene Lösung gefunden haben“, betont Jürgen Gebhardt. Der Umzug ist für das Frühjahr geplant, ein genauer Termin steht noch nicht fest. „Wir führen persönliche Gespräche mit den Angehörigen und der Bewohnerschaft und suchen nach individuellen Lösungen.“

Der Teil der Bewohnerschaft, der in den neuen Wohnpark Rottuminsel zieht, muss mit deutlich höheren Kosten rechnen. „Die Kosten für Pflege, Unterkunft und Verpflegung steigen im neuen Haus nur im üblichen Rahmen“, erklärt Jürgen Gebhardt. „Aber der sogenannte Investitionskostenanteil wird sich um mehr als das Doppelte erhöhen – die Ursache dafür sind vor allem die Baukosten.“ Das führt dazu, dass der Platz im Pflegeheim gegenüber dem AZG im Schnitt über 700 Euro pro Monat teurer wird. Die von der Landesheimbauverordnung geforderten Einzelzimmer mit Sanitärbereich führen ebenfalls zu höheren Kosten.

Eine Alternative zum Umzug in den neuen Wohnpark Rottuminsel ist der Wechsel in eine andere Einrichtung der St. Elisabeth gGmbH, der St. Elisabeth-Stiftung oder eines anderen Trägers. „Aktuell können wir im Landkreis Biberach innerhalb der St. Elisabeth-Stiftung neun Plätze anbieten.“

Während der Umbauphase des Pflegeteils im AZG sind im Neubau auf der Rottuminsel neben den 45 Dauerpflegeplätzen noch 23 Tagespflegeplätze im Angebot. Daneben gibt es zwölf Wohnungen mit Service + auf der Rottuminsel mit pflegenahen Leistungen und 13 Wohnungen mit Service, die größtenteils verkauft sind. Die 14 Wohnungen mit Service im AZG bleiben während der Umbauphase bewohnbar.

Die Arbeiten am neuen Wohnpark Rottuminsel kommen indes gut voran. Die ersten Wohnungen mit Service sind bereits bezogen. Nach dem Umzug des Pflegeheims werden die Bauarbeiten im AZG beginnen - die Wiedereröffnung ist für den Herbst 2023 geplant.