Nero erfüllt wichtige Aufgaben
SIGMARINGEN – Wertvolle Dienste leistet der Hundebesuchsdienst im Hospiz Johannes. Er bringt Ablenkung und spendet Trost.



Teambesprechung mit Nero und Elina Michelsohn (rechts), Hildegard Burger, Hospiz-Leitung, 3. von links., Hannah Oppler Psychosozialer Dienst (links) sowie das Pflegeteam und Axel Thiemig, Ehrenamtlicher. Foto: Christine Nassal/St. Elisabeth-Stiftung
Teambesprechung mit Nero und Elina Michelsohn (rechts), Hildegard Burger, Hospiz-Leitung, 3. von links., Hannah Oppler Psychosozialer Dienst (links) sowie das Pflegeteam und Axel Thiemig, Ehrenamtlicher. Foto: Christine Nassal/St. Elisabeth-Stiftung
Elina Michelsohn und ihr Hund Nero. Foto: Christine Nassal/St. Elisabeth-Stiftung
Die Augen der Gäste beginnen zu leuchten, wenn Labrador Nero mit seiner Begleitung Elina Michelsohn das Krankenzimmer betreten und neugierig Mensch und Umgebung beschnüffeln. Seit über einem Jahr sorgen die beiden einmal wöchentlich für eine entspannte Atmosphäre im Hospiz Johannes in Sigmaringen.
Hildegard Burger, Leiterin des Hospizes, und ihr Team wissen den Einsatz des Hundes sehr zu schätzen: „Er verschenkt seine Sympathie bedingungslos an alle Menschen, seien sie noch so krank. Mit seinem Körperkontakt bringt er Zärtlichkeit, Wärme, Trost und Freude.“ Allein die Anwesenheit von Nero regt so zu ganz neuen Gesprächsthemen an – zum Beispiel über den eigenen Hund oder die eigenen Haustiere, Lebenserfahrungen oder Urlaubsmomente. Da ist die Krankheit plötzlich weit weg. Die dadurch gelöste Atmosphäre wirkt noch lange nach. „Im Team wägen wir immer zuvor ab, welche Gäste im Haus aufgrund ihres Gesundheitszustandes den Besuch empfangen können. Aber natürlich wird auch nachgefragt, wer grundsätzlich einen Besuch wünscht“, erklärt Hildegard Burger.
Elina und der sieben Jahre alte Nero sind ein eingespieltes Team. Beide absolvierten bei den Maltesern in Sigmaringen eine Ausbildung für den ehrenamtlichen Besuchs- und Begleitdienst in Theorie und Praxis. Den praktischen Teil absolvierten die beiden im Hospiz Johannes. „Mein Hund hat gelernt, wie viel Nähe die Kranken wollen oder zulassen möchten und entscheidet intuitiv selbst, was die Betroffenen gerade brauchen. Will mich dieser Mensch streicheln oder mir nur nahe sein oder darf ich mich einfach zu ihm legen und für ihn da sein?“
Nero sorge allein durch seine Anwesenheit und Wärme dafür, dass sich die Gäste durch den Kontakt mit dem Hundefell beruhigen und entspannen. Und sehr oft zaubert er ein Lächeln auf die Lippen der Gäste. Nero ist ein perfektes Familientier, liebt es, gestreichelt zu werden und sorgt mit seiner inneren Ausgeglichenheit für Entspannung. Die Gäste im Hospiz vergessen für eine kurze Zeit die Schwere ihrer Erkrankung. „Wir kommen immer montags, zu einem festen Termin zu Besuch. Aber auch, wenn ein Gast den dringenden Wunsch eines Besuches äußert oder aber auch in seinen letzten Lebensstunden“, erklärt die Hundehalterin.
Krankenschwester Petra Schubert bezeichnet den Besuch von Nero und Elina als „Eisbrecher“. Immer wieder erleben das Pflegeteam und die 15 Ehrenamtlichen die spürbare Entspannung bei den Hausgästen, aber auch bei deren Angehörigen. Besonders bei Kindern sorgt der Besuch für eine wichtige Ablenkung. Sie vergessen für einen Moment ihre Sorgen und die Ängste.
Auch Hannah Oppler, psychosoziale Fachkraft im Haus Johannes, berichtet nur Gutes über den Besuch von Nero und Elina. „Nur wer selbst erlebt hat, wie positiv sich die Besuche auf das Wohlbefinden der schwerkranken Menschen auswirken, kann ermessen, warum wir im Hospiz Johannes alle gemeinsam daran arbeiten, unseren Gästen diese Möglichkeit zu bieten. Nero und Elina bringen ein bisschen Normalität ins Haus. Ihre Aufgabe ist es: Da sein, für Menschen auf ihrem letzten Weg und für deren Angehörige. Sie machen das, was Freunde oder Bekannte oft nicht mehr bewirken können: Ablenken und Trost spenden.“
