Wie wir Körper und Seele besser in Balance halten
BAD WALDSEE – Die Tübinger Theologin, Psychologin und Bestsellerautorin Dr. Beate Weingardt hat auf Einladung des Wohnparks am Schloss und des Stadtseniorenrates Bad Waldsee über das Thema „Das geht mir sehr zu Herzen - Was die Seele bewegt, bewegt auch den Körper“ referiert. Im nahezu voll besetzten Festsaal waren fast ausnahmslos weibliche Zuhörer der Generation „65+“ zugegen, die sich angetan zeigten von den leicht verständlichen Ausführungen der gebürtigen Blaubeurerin.

Bestsellerautorin Dr. Beate Weingardt sprach im Wohnpark am Schloss Bad Waldsee über die Bedeutung psychosomatischer Signale auf den menschlichen Körper. Foto: Sabine Ziegler/St. Elisabeth-Stiftung
Die frühere Pfarrerin der evangelischen Kirche und heutige Referentin, Autorin und psychologische Beraterin versteht es bei ihren jährlich wiederkehrenden Vorträgen in der Seniorenwohnanlage jeweils sehr gut, ihr Publikum von Anfang an mitzunehmen. Das war bei ihrem jüngsten Auftritt im Advent nicht anders, auch wenn das Thema „Psychosomatik“ ein weitreichendes ist. Das blau grün leuchtende Foto im Hintergrund passte symbolisch gesehen prima dazu: Das Bild zeigte den „Blautopf“ aus dem Heimatort von Dr. Beate Weingardt und es sollte verdeutlichen, dass die menschliche Seele ebenso tief und unergründlich ist wie dieses bekannte Gewässer.
Und damit war die viel gefragte Referentin schon mitten drin in ihrem 90-minütigen Vortrag über die Auswirkungen einer kranken Seele auf den Körper, der dann zwangsweise ebenfalls leiden muss. „Wie Sie wissen, bilden unser Körper und unsere Seele eine Einheit und wenn wir in unserer frühen Kindheit traumatische Erlebnisse erleiden mussten oder im Alter mit dem Tod des Partners oder mit langjähriger Pflege Angehöriger stark gefordert sind, dann belastet uns das schwer und kann in der Folge körperliche Erkrankungen auslösen“, wie die Autorin des Buches „Was die Seele bewegt, bewegt auch den Körper“ recherchiert hat. Als sie im weiteren Verlauf die erlittenen Traumata deutscher Kriegsheimkehrer nach 1945 ansprach oder das Schicksal damaliger Heimatvertriebener, die auf ihrer Flucht Abscheuliches hinnehmen mussten, nickten mehrere betagte Zuhörerinnen im Saal, weil sie das offenbar aus eigenem Erleben in ihren Familien kannten.
Beispiele für schwer belastete menschliche Seelen und daraus resultierende Krankheiten wusste Dr. Beate Weingardt gleich mehrere zu berichten und das machte ihr Thema anschaulich. Da tat ihr optimistischer Ausblick darauf gut, wie wir es schaffen, Seele und Körper selbst in schweren Zeiten zumindest halbwegs in Balance zu halten und somit den Alltag auch im höheren Alter erträglich zu gestalten.
„Was positiv auf unseren Körper wirkt, das tut auch unserer Psyche gut“, betonte die Referentin und riet in diesem Zusammenhang unter anderem zu abwechslungsreicher Ernährung, zu regelmäßiger Bewegung in der Natur und zu ausreichend Schlaf. Auch die persönliche Glaubenseinstellung könne sich bei vielen Menschen positiv auswirken. „Wenn Sie diese Punkte beherzigen, dann erreichen Sie schon sehr viel und trotz aller Probleme, die jeder von uns mit sich herumträgt, bekommen Sie dadurch eine positivere Lebenseinstellung, die Ihnen den Alltag erleichtert“, lautete das Fazit.
