Schließen Menü
25.07.2016
Heggbacher Wohnverbund

Neue Kunst im Begegnungszentrum

HEGGBACH – Ein Jazz-Quartett, ein Sektempfang und eine Laudatio von einem Kunstexperten: Die Eröffnung der Ausstellung „Ich sehe was, was du nicht siehst“ im Heggbacher Begegnungszentrum hatte alles, was eine klassische Vernissage ausmacht. Elf Künstlerinnen und Künstler mit Behinderungen stellen hier zwei Monate lang ihre Werke aus.

Die Ausstellung war aus einer kleinen Idee entstanden: Als der 86-jährige Alfred Welz, der im Haus Anna des Heggbacher Wohnverbundes lebt, seiner Betreuungsassistentin Dr. Christiane Mohr die Sammlung seiner Mandalas zeigte, beschloss diese spontan, die Ausstellung zu organisieren. Es schlossen sich in der Folge zehn weitere Künstlerinnen und Künstler mit Behinderungen aus dem Heggbacher Wohnverbund an, die Begleitenden Dienste standen organisatorisch zur Seite. Für die Musik fanden sich Dr. Peter Bette am Bass und Julia Bette am Saxofon mit dem Schlagzeuger Roland Gütt und dem Pianist Gunnar Schreiner für eine Session zusammen. Sie spielten Jazz-Improvisationen auf der Basis von Standards und sorgten am Freitagabend für gediegene, niveauvolle Klänge.  Kunstschaffende, Betreuende, Bewohnerschaft und externe Gäste trafen sich zu einem regen Austausch. Auch der stellvertretende Bürgermeister der Gemeinde Maselheim, Paul Grimm, war dabei. Der Laudator Jürgen Haselwander vom Kunstverein Biberach würdigte in seiner Rede besonders die intensiven Farben, die Fantasie und „wie viel Rätselhaftes auf so kleinen Formaten versteckt werden kann“. In der Ausstellung vereinen sich Künstlerinnen und Künstler mit verschiedensten Hintergründen: Von Ludwig Zweifels Interpretationen des letzten Abendmals bis zu Birgitta Aigners Tiermotiven vor geometrischen Hintergründen und den Mandala-Collagen von Alfred Welz ist die inhaltliche Spannweite breit.  Manche Künstlerinnen und Künstler treten erstmals mit ihren Werken an die Öffentlichkeit, andere können bereits auf Ausstellungserfahrung zurückblicken: So auch die 38-jährige Anita Barth aus der Wohngruppe in Reinstetten. Sie malt zur Entspannung, wenn sie von der Arbeit kommt ? einige Werke von ihr verzieren bereits die Werkstatt, in der sie arbeitet. Sie hat auch schon bei einer Sammelausstellung in Ochsenhausen teilgenommen. Bereits bei der Eröffnung wechselten erste Werke die Besitzer ? die Künstlergruppe freut sich über weitere Interessenten. „Mir gefällt es aber vor allem, wenn den Leuten meine Kunst gefällt und ihnen etwas gibt", unterstreicht Anita Barth die Hauptintention.

Die Ausstellung ist noch bis Sonntag, 18. September, im Begegnungszentrum Heggbach zu besichtigen. Öffnungszeiten sind: Montag – Freitag, 9?16 Uhr, Samstag/Sonntag, 14?17 Uhr.