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16.11.2016
Marianna-Bloching-Haus, Ehingen

Marianna-Bloching-Haus souverän gerettet

EHINGEN - 18 Einsatzkräfte der Ehinger Stützpunktfeuerwehr haben in einer Abendübung im Marianna-Bloching-Haus der St. Elisabeth-Stiftung für den Ernstfall geprobt. Die Leitstelle hat auf einen Brand aus noch ungeklärter Ursache in der Breslauerstraße reagiert.

Für die Feuerwehr eine besondere Herausforderung, da in der Einrichtung des Heggbacher Wohnverbundes der St. Elisabeth-Stiftung 30 Bewohner mit unterschiedlichen Behinderungen leben, von denen einige auf den Rollstuhl oder Rollator angewiesen sind. Zudem ist die Bewohnerschaft in Wohngemeinschaften in drei Stockwerken des Gebäudes untergebracht. Angenommen wurde ein Brand im Dienstzimmer der ersten Etage.

Nur wenige Minuten nach der Alarmierung rückte die Feuerwehr mit zwei Einsatzfahrzeugen an. Kurz danach traf auch das Drehleiterfahrzeug ein. Christian Gräter koordinierte den Einsatz. Unverzüglich drang ein Trupp Atemschutzträger in den verrauchten Bereich ein, in dem sich laut einem Betreuer noch mehrere Bewohner aufhielten. Diese wurden in Minutenschnelle über das Treppenhaus und die Außensicherheitstreppe gerettet, weshalb die Drehleiter diesmal nicht zum Einsatz kommen musste. Sofort wurde am Eingang zu dem betroffenen Stockwerk ein Rauchschutzvorhang befestigt, um ein Verqualmen des restlichen Gebäudes zu verhindern.

Andere Wehrleute evakuierten Bewohner aus dem zweiten Stockwerk. Die Bewohner, die sich zu der Zeit im Gruppenraum des Erdgeschosses aufgehalten hatten, waren bereits von den Betreuern aus dem Gebäude geführt worden. Eine weitere Gruppe Einsatzkräfte übernahm parallel die Brandbekämpfung. Nach kaum einer Viertelstunde waren alle Bewohner in Sicherheit und der Brandherd war gefunden und gelöscht - nach den Worten von Einsatzleiter Christian Gräter eine nicht alltägliche Übung. „Wir mussten Bewohner teils beruhigen. Einer musste sogar von drei Feuerwehrleuten die Treppen hinunter getragen werden. Das war ein richtiges Echtszenario", resümierte er.

Im Marianna-Bloching-Haus hat man zum ersten Mal eine solche Übung abgehalten. „Es war eine sehr lehrreiche Erfahrung für uns, dass geistig behinderte Menschen panischer reagieren als andere", betonte Gräter.  Die Übung sei aber insgesamt sehr effektiv abgelaufen. Die Einsatzkräfte hätten Hand in Hand geschafft. Auch den Verantwortlichen der Einrichtung bescheinigte er ein sehr überlegtes Handeln, insbesondere durch Mithilfe bei der Evakuierung zahlreicher Bewohner. Wohnbereichsleiterin Sonja Gaißmaier wertete dies als Ergebnis der konsequenten regelmäßigen internen Brandschutzunterweisungen von Betreuern und Bewohnern. 

Bereits zwei Wochen vor der Übung waren die Gerätewarte der Feuerwehr, Philipp Christ und Ulrich Mayer im Marianna-Bloching-Haus gewesen, um den Bewohnern die Angst vor den Feuerwehrleuten zu nehmen. „Wir haben Stück für Stück Helm, Atemschutz und Jacken abgelegt und den Leuten gezeigt, dass unter der Einsatzkleidung einfach nur Menschen stecken, denen sie vertrauen können. Das hat sie beruhigt", berichtete Philipp Christ.