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23.09.2019

„Die Bevölkerung hat ihr Hospiz gefeiert“

NAGOLD - Der Tag der offenen Tür am 22. September im neu erbauten und am Vortag eingeweihten stationären Hospiz war ein voller Erfolg. Über 2.000 Besucherinnen und Besucher sind zwischen 11 und 17 Uhr auf das Gelände in der Kernenstraße in Nagold gekommen.

Viele Menschen wollten das neue Hospiz sehen.

„Die Menschen haben sich mit uns gefreut. Viele Reaktionen waren tief berührend, und ich hatte den Eindruck, die Bevölkerung hat ihr Hospiz gefeiert“, sagte Barbara Fischer, die Vorsitzende des Vereins „Stationäres Hospiz Region Nagold e.V.“. Locker verteilten sich die vielen Menschen in die verschiedenen Räume des Hospizes, in den Garten, an die Essenstände oder das kleine Festzelt vor dem Hospiz. Für alles war reichhaltig und liebevoll gesorgt. In den Räumen des Hospizes waren Mitarbeiterinnen vor Ort, um den Besuchern bei Fragen Auskunft zu geben.
„Es ist sehr wohnlich hier. Es sieht gar nicht aus wie eine Krankenstation. Alle Räume sind sehr schön gestaltet und dekoriert. Wenn ich selbst einmal Bedarf hätte, dann würde ich hier gerne Hilfe annehmen“, erzählt die 71-jährige Helga Schaber aus Nagold, die schon lange Mitglied im Förderverein ist, weil sie mithelfen möchte, dass Menschen hier eine Möglichkeit haben, die letzten Lebenstage würdevoll zu verbringen. Hospizleiterin Jutta Benz war beeindruckt vom großen Interesse beim Tag der offenen Tür: „Ich freue mich sehr, dass so viele Menschen gekommen sind, um sich selbst einen Eindruck zu verschaffen.“
Für gute Stimmung sorgten nicht nur die vielen freundlichen Haupt- und Ehrenamtlichen, sondern auch die Stadtkapelle Nagold und die Clowninnen „Bombolina und Primel“. Die beiden mischten sich mit kleinen Zaubertricks unter die großen und kleinen Gäste und regten zu netten Gesprächen an. Für die Kinder gab es neben Luftballons einen Basteltisch des ambulanten Kinderhospizdiensts der Malteser, der ein Büro im Hospiz bezogen hat. Viele Besucher nutzten das Angebot von Vorträgen über die Hospizarbeit von Christa Willburger-Roch, die im Hospiz Haus Maria in Biberach tätig ist.
Auch Susanne Betsch aus Nagold-Emmingen hatte sich mit mehreren Familienangehörigen aufgemacht, um die neue Einrichtung anzusehen, und zeigte sich beeindruckt: „Hut ab vor der Leistung der vielen Ehrenamtlichen, die dieses Hospiz ermöglicht haben. Ich habe vor fünf Jahren meinen Vater verloren. Da hatten wir keine Einrichtung dieser Art in der Nähe. Nun bin ich froh, dass das stationäre Hospiz in Betrieb geht.“
Die Besucherinnen und Besucher konnten sich beim Tag der offenen Tür von der besonderen Atmosphäre des Hospizes St. Michael überzeugen. Das Haus steht, die Ausstattung ist da, das Hospiz-Team ist gefunden – das Hospiz kann seinen Betrieb aufnehmen. Der erste Gast wird Anfang Oktober erwartet. „Wir werden behutsam beginnen, damit  sich die Abläufe einspielen können“, betont Tobias Bär, Leiter des Bereichs Hospize bei der St. Elisabeth-Stiftung, die das Hospiz St. Michael betreibt. „Mit der Unterstützung durch den Förderverein und die Bevölkerung werden wir hier schwerkranke Menschen am Ende ihres Lebens gut begleiten können.“