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20.07.2022
St. Elisabeth-Stiftung, Bad Waldsee

Beachtliche Ergebnisse beim Umwelttag

Ein wichtiges Ziel ist erreicht: Alle 88 Einrichtungen an allen 31 Standorten der St. Elisabeth-Stiftung sind jetzt nach dem Umweltmanagementsystem EMAS zertifiziert. Das hat Vorstand Matthias Ruf beim vierten Umwelttag am 13. Juli 2022 berichtet. Nach zwei Jahren coronabedingter Pause hatten sich erstmals wieder die Umweltbeauftragten verschiedener Standorte sowie die Mitglieder des Lenkungskreises und des Arbeitskreises Umwelt in Ingerkingen versammelt. Schwerpunkt-Themen waren die Biodiversität und der bilanzierte Energieverbrauch aller Einrichtungen.

„Wir setzen uns ein für die Bewahrung der Schöpfung und gehen bewusst mit Rohstoffen, Energie und Materialien um“, heißt es im Leitbild der Stiftung. Ein wichtiges Werkzeug dabei ist EMAS. Das Kürzel steht für Eco-Management and Audit Scheme, auch bekannt als Öko-Audit. Die Zertifizierung aller Einrichtungen und Dienste an allen Standorten ist ein zentrales Ziel im Umweltprogramm der Stiftung – jetzt ist es erreicht. Damit ist ein großer Schritt zu mehr Nachhaltigkeit und Umweltverantwortung getan.

Weiterer Schwerpunkt im Umweltprogramm ist die biologische Diversität: Bis 2023 sollen 30 Prozent der Grünflächen naturnah gestaltet sein. Wie das funktionieren kann, darüber hat Simone Kern die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Umwelttages informiert. Anstelle von Beeten mit jahreszeitlich wechselnder Bepflanzung empfiehlt die Landschaftsarchitektin artenreiche und nachhaltige Staudenpflanzungen. Zur Unterstützung von Insekten können darüber hinaus auch viele heimische Gehölze beitragen: Kern rät, für künftige Bepflanzungsprojekte eine Liste mit geeigneten Gehölzen anzulegen. Außerdem schlägt sie vor, größere Rasenflächen zu artenreichen Wiesen umzugestalten – sofern sie nicht bespielt oder als Aufenthalt genutzt werden. Zusätzlich könnten Strukturen mit Totholz, offene Bodenflächen als Insekten-Nistplätze oder einfach „wilde Ecken“ die Biodiversität fördern.

Als konkretes Ziel im Bereich der Kohlendioxid-Emissionen hat die Stiftung in ihrem Umweltprogramm festgelegt, dass sie von diesem klimaschädlichen Gas 30 Prozent weniger in die Atmosphäre ausstoßen will. Basisjahr ist dabei 2014 mit einem CO2-Ausstoß von 3700 Tonnen. Im Jahr 2025 müssen es 1100 Tonnen weniger sein. „Wir schaffen sogar etwas mehr als unsere Zielvorstellung“, verspricht Peter Everding, Energie- und Umweltmanager der Stiftung. „Das ist ein schönes Ergebnis.“

Beim Umwelttag wurde die erfolgreiche Einsparstrategie der Stiftung vorgestellt, die auch in der aktuellen Umwelterklärung 2022 aufgeführt ist. Eine wesentliche Säule dieser Strategie ist der Anbau von Miscanthus, dem Chinaschilf. Seit Mai sind 7,5 Hektar Ackerfläche in Ingerkingen damit bepflanzt, weitere 2,5 Hektar in Heggbach sollen demnächst folgen. Das Chinaschilf bleibt 20 Jahre auf dem Acker und braucht in dieser Zeit weder Bodenbearbeitung noch Düngung. So werden Humus und Grundwasser geschont. Pro Jahr und Hektar bindet das Chinaschilf bis zu 40 Tonnen CO2 in seinen Blättern. Damit kann die Stiftung den CO2-Ausstoß an anderer Stelle kompensieren, sagt Everding, der das Projekt entwickelt hat.

Und was macht man mit der pflanzlichen Biomasse? Nach drei Jahren Startphase wird jedes Jahr geerntet. „Das soll ein Leuchtturm-Projekt werden“, sagt der Energie- und Umweltmanager. Angedacht ist, dass der Standort Heggbach eine Hybrid-Heizzentrale bekommt, die wahlweise mit Holzhackschnitzeln, gehäckseltem Chinaschilf, Holzpellets oder Grünschnitt betrieben werden kann. Geklärt werden muss noch, wie das in Ingerkingen geerntete Chinaschilf in Heggbach gelagert wird. Everding sieht noch eine weitere Verwendungsmöglichkeit: Weil das Häckselgut nicht schimmelt, ist es auf Pferdehöfen als Einstreu sehr beliebt. Die Stiftung kann ihre Chinaschilf-Ernte also auch verkaufen. 

Stefan Blaser, Leiter des Referats Gebäudemanagement, berichtet von weiteren Maßnahmen zur CO2-Einsparung, darunter die neue Pellet-Heizanlage in Ingerkingen. Der Strom, der in den Einrichtungen der Stiftung verbraucht wird, kommt bald zu neun Prozent aus Photovoltaik-Anlagen. Kürzlich gebaut wurden solche Anlagen im Areal des Jordanbads, in Ingerkingen, Heggbach und auf dem Pflegeheim auf der Rottuminsel in Ochsenhausen. Weitere sind geplant in Ochsenhausen-Goldbach, Riedlingen und Ulm. 27 Prozent des Stromverbrauchs der Stiftung wird mit gasbetriebenen Blockheizkraftwerken abgedeckt. Sie sind nach Blasers Worten über zugekaufte Zertifikate CO2-neutral gestellt.

Der Leiter des Referats Gebäudemanagement appelliert an die Zuhörerinnen und Zuhörer beim Umwelttag: „Die beste Energie ist die, die nicht verbraucht wird.“ Anita Mahler, Leiterin Hauswirtschaft im Geschäftsbereich Kinder-Jugend-Familie, und Dieter Müller, Fachkraft für Arbeitssicherheit und Brandschutzbeauftragter, haben den anschließenden Erfahrungsaustausch der Tagungsteilnehmerinnen und –teilnehmer moderiert.