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29.09.2015
Werkgemeinschaft Ehingen

Ein tolles Miteinander

LAICHINGEN/EHINGEN – Bei der Außenstelle der Werkgemeinschaft des Heggbacher Werkstattverbunds der St. Elisabeth-Stiftung in Laichingen hat es einen Wechsel gegeben: Für die aus Altersgründen ausscheidende Marlies Rehm rückte Inge Schrade nach. Der Amtswechsel wurde im Rahmen einer kleinen Feier in der Einrichtung vollzogen.

Vier Jahre lang hat Marlies Rehm schon gemeinsam mit Inge Schrade die Einrichtung in der Laichinger Heinrich-Kahn-Straße geleitet - unter der Gesamtverantwortung von Wolfgang Kühner, Abteilungsleiter in der Werkgemeinschaft in Ehingen. Aktuell zwölf psychisch kranke Menschen – sie leiden meist unter Depression oder Schizophrenie -  arbeiten dort täglich von 8 bis 16 Uhr und stellen einfache Montageteile für den Ulmer Gartengerätehersteller Gardena sowie weitere kleinere Unternehmen aus der Region her. Zum Vergleich: In der Werkgemeinschaft in Ehingen sind es derzeit 100 Menschen mit Behinderungen, die dort in den Werkstätten arbeiten. „Die Menschen gehen sehr offen miteinander um, wir haben hier ein tolles Miteinander“, sagte Marlies Rehm, eigentlich gelernte Krankenschwester, die diesen Beruf mehr als 30 Jahre ausgeübt und auch Erfahrungen in der Altenpflege gesammelt hatte. „Wir haben hier eine kleine Familie zum Wohl für uns alle“, ging Marlies Rehm auch mit einem weinenden Auge in den Ruhestand. „Die kleine Familie“ schenkte ihr zum Abschied einen großen Karton mit allerlei Nützlichkeiten. Abstrakte Begriffe, wie Fürsorge, Wertschätzung oder Empathie, wurden in diesem Moment sichtbar. Ihre Nachfolgerin Inge Schrade ist eine klassische Quer-Einsteigerin. Sie ist studierte Innenarchitektin, findet aber ihre Erfüllung jetzt in der Arbeit mit psychisch kranken Menschen. Sie hat auch schon einige Zeit mit Marlies Rehm zusammengearbeitet. Beide hatten sich eine Stelle geteilt „Ich werde versuchen, die Arbeit von Marlies Rehm in ihrem Sinne weiterzuführen, ich habe viel von ihr gelernt“, so Inge Schrade, die derzeit berufsbegleitend die Ausbildung zur Fachkraft für Arbeits- und Berufsförderung absolviert und künftig die Gesamtverantwortung der Außenstelle übernimmt. Ende 2011 wurde die Außenstelle in Laichingen ins Leben gerufen. „Wir wollten einfach einen wohnortnahen Arbeitsplatz für die Menschen schaffen“, erinnert sich Matthias Rehm, der Leiter der Ehinger Werkstatt für behinderte Menschen. „Zunächst waren wir an einem anderen Standort untergebracht, seit 1. Dezember 2012 haben wir die Räumlichkeiten in der Heinrich-Kahn-Straße angemietet.“ Dort stehen eine große Werkstatt, ein großzügiger Gemeinschaftsraum, Sanitäranlagen und eine Küche zur Verfügung, die Inge Schrade entworfen hat.