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27.10.2015
Sozialstation Gute Beth Bad Waldsee gGmbH

Von der Kunst, sich selbst zu mögen

BAD WALDSEE – Der Vortrag zum Thema „Wenn ich nicht für mich bin - wer dann?“ von Dr. Beate Weingardt begeisterte am Montag gut 100 Zuhörer im Dorfgemeinschaftshaus Gaisbeuren. Die Psychologin und Theologin aus Tübingen referierte auf Einladung der Sozialstation Gute Beth Bad Waldsee sowie der Solidarischen Gemeinde Reute-Gaisbeuren über die Kunst, sich selbst so anzunehmen, wie man ist. Die 55-Jährige gab Antworten darauf, wie man in Frieden mit sich selbst leben kann, ohne dabei in Selbstzufriedenheit und Stillstand zu verfallen.

„Nur wenn Sie mit sich selbst im Reinen sind, haben Sie auch die Kraft, für andere da zu sein. Wer damit ein Problem hat, dessen Lebensqualität ist beeinträchtigt“, weiß die Mutter einer Tochter und dreifache Großmutter aus eigenem Erleben. Sie plädierte für eine höhere Wertschätzung der eigenen Person, was im Alltag aufgrund beruflicher und familiärer Anforderung meist zu kurz komme. „Wenn ich mich aber selbst nie loben kann, wenn mir etwas gut gelungen ist, und immer nur unzufrieden bin, dann kann ich weder mich selbst lieben noch meinen Nächsten, wie das gut wäre für uns alle“, betonte Weingardt.  Mit Hilfe einer kleinen Waage machte die Referentin symbolisch deutlich, wie das Leben aufgrund von Belastung und Anspannung aus den „Fugen“ geraten kann. „Wenn das Gleichgewicht zwischen Geben und Nehmen nicht mehr stimmt, müssen Sie darauf achten, dass Sie wieder mehr Zeit und Kraft für sich selbst aufwenden“, so Beate Weingardt an die Adresse all jener, die sich bei der Pflege von Angehörigen verausgaben und dabei sich selbst und ihre eigenen Bedürfnisse aus den Augen verlieren.  Die gebürtige Blaubeurerin verstand es von der ersten Minute an, das Publikum mit einzubeziehen durch kurze Fragerunden und dank humorvoller Praxisbeispiele. Dabei erzählte sie auch von ihrer eigenen Kindheit auf der Schwäbischen Alb, wo ihr selten ein Lob zuteil geworden sei, weil „das Schaffa“ im Vordergrund gestanden habe. Dr. Beate Weingardt war nach ihrem Studium der Psychologie und Theologie in Tübingen mit anschließender Promotion unter anderem mehrere Jahre lang im Pfarrdienst der evangelischen Landeskirche von Württemberg beschäftigt. Heute ist sie freiberuflich tätig als Referentin in der Erwachsenenbildung sowie als Autorin und psychologische Beraterin. Im September wurde ihr die „Baden-Württembergische Heimatmedaille“ verliehen für besondere Verdienste um die Heimat. 

Info: Weitere Informationen über die Vortrags- und Seminarthemen der Referentin finden sich im Internet unter www.beate-weingardt.de.