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22.07.2025

Hommage an das Leben - ideale Sterbeorte

SIGMARINGEN – Die eine würde gern mit der geliebten Katze im Arm sterben, ein anderer mitten im Tun beim Holz machen, wieder andere am Fuß eines Baumes im Wald. Wo die Menschen ihre letzten Lebensmomente erleben wollten, wenn sie es sich aussuchen könnten – darum geht es in einer Foto-Ausstellung im Hospiz Johannes in Sigmaringen. Zur Vernissage mit Gitarrenmusik von Franz Gnant sind kürzlich viele Besucherinnen und Besucher gekommen.

Die Ausstellung zu den gewünschten Sterbeorten ermutigt zur Freude am Leben, sagt Seelsorgerin Daniela Segna-Gnant bei der Vernissage. St. Elisabeth-Stiftung/Elke Oberländer

Überraschend ist die Fülle an unterschiedlichen Orten, Gedanken und Bildern, die die 56 Fotografien der Ausstellung vermitteln. Daniela Segna-Gnant fühlt sich daran erinnert, wie werdende Eltern liebevoll das Zimmer für ihr Kind vorbereiten. Ganz ähnlich haben sich die beteiligten Künstlerinnen und Künstler Gedanken gemacht über den Ort am anderen Ende ihres Lebens, sagt die katholische Seelsorgerin.

Zum Lebensende gehören für viele Menschen auch Landschaftsvisionen, berichtet Daniela Segna-Gnant. Deshalb ist sie nicht erstaunt, dass in der Ausstellung so viele Landschaftsbilder zu sehen sind: Wald, Wüste, Gebirge oder Dünen am Meer. Auffällig ist auch, dass immer wieder Katzen auftauchen.

„Die Bilder möchten uns dazu ermutigen, das Leben in all seinen Facetten zu leben, zu lieben, zu feiern, zu genießen im Wissen darum, dass auch das Stolpern, das Scheitern und das Schwere dazu gehören“, sagt die Seelsorgerin. Die Beschäftigung mit dem eigenen Tod „taucht das Leben, das noch vor mir liegt, in ein neues Licht. Ich erkenne viel deutlicher, wie kostbar jeder Augenblick meines Lebens ist.“

„Die Ausstellung mit den Wohlfühlorten zum Sterben ist eine Hommage an das Leben“, findet auch Hospizleiterin Hildegard Burger. Die Bilder würden nicht nur zum schönen Ambiente im Hospiz beitragen. Die Ausstellung könne auch die Hemmschwelle senken, die viele Menschen empfinden, wenn es um einen Besuch im Hospiz geht. Unter Hospizgästen, Angehörigen und dem Hospizteam hätte sie schon zu vielen interessanten Gesprächen geführt und durchaus auch zum Schmunzeln beigetragen. Hildegard Burger dankte ihrem Team und den ehrenamtlichen Helfern für die nicht alltägliche Arbeit, die großformatigen Fotos im Foyer des Hospizes aufzuhängen. 

Die Frage nach dem idealen Sterbeort hatte die Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart aufgeworfen. In ihrem Programm „Kunst-Raum-Akademie“ zeigt sie zwei Ausstellungen pro Jahr vor allem mit Werken regionaler Künstlerinnen und Künstler. Die Wanderausstellung zum Sterbeort ist bis Ende September täglich von 16 bis 18 Uhr oder für Gruppen auf Anfrage im Hospiz Johannes in der Bittelschießerstraße 21 in Sigmaringen zu sehen.

 

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