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20.07.2017
Heggbacher Wohnverbund

Beklatscht, bejubelt, umarmt und beschenkt

BIBERACH – Die Vorfreude und Aufregung waren groß und das Ereignis mindestens so wichtig wie der besondere Geburtstag an sich. Da ist es den Bewohnern der Wohngemeinschaften Simon und Sebastian des Heggbacher Wohnverbundes nicht anders gegangen als all den anderen Jubilaren von 40 bis 100, mit denen sie am Schützen-Samstag durch die Innenstadt gezogen sind - beklatscht und bejubelt von vielen tausend begeisterten Zuschauern.

Foto: Gottfried Brauchle/St. Elisabeth-Stiftung

Türme und Häuser beflaggt, die Luft erfüllt von Trommelklängen und Straßen wie auch Plätze gesäumt von Menschenmassen. Am Abend des Schützensamstags galt alle Aufmerksamkeit ihnen: den festlich gewandeten, bestens gelaunten und teils überaus kreativ ausstaffierten Damen und Herren, die am Jahrgängerumzug teilnahmen. Nach Gruppenfoto, Sektempfang und Gottesdienst im Innenhof des Pestalozzi-Gymnasiums fanden sich alle an den Aufstellplätzen ein. Unter ihnen Severin Neher, Günther Buchner, Karl-Alexander Kleinheinz und Heinz Pusch, die 60er der Wohngemeinschaften Simon und Sebastian am Jordanbad, die sich schon lange auf ihren großen Tag gefreut hatten. Karl-Alexander Kleinheinz besonders „auf den Marsch durch die Stadt, wenn die Zuschauer winken und klatschen“. Günther Buchner auf die vielen Geschenke und Süßigkeiten, die man um den Hals gehängt bekommt. Das anschließende „Fest mit Musik und gutem Essen“ hatte es Heinz Pusch angetan und Severin Neher hatte sich vorgenommen, mit seiner Betreuerin Melanie Ruopp zu tanzen. Der Fünfte im 60er-Bund, Alwin Schanz, verfolgte den Zug als Zuschauer, er ist nicht mehr so gut zu Fuß. Freilich feierte er anschließend mit und genoss sein erstes Jahrgängerfest mit allen Sinnen. Als Betreuer des Quartetts bekam Daniel Guter, Auszubildender und Biberacher, schon rund zwei Jahrzehnte vor seinem ersten eigenen Jahrgängerauftritt beim Schützenfest eine Ahnung davon, was ihn dereinst erwartet. Dagegen war es für den 1952 geborenen Helmuth Nemitz schon der vierte Jahrgängerumzug: Im dunklen Anzug und sich der Feierlichkeit der Stunde sehr bewusst stand er unter den anderen 65ern am Aufstellungsplatz und seine im Vorfeld geäußerte Hoffnung, „neue Kontakte zu knüpfen“, schien sich schon jetzt zu erfüllen. Eine flotte Jahrgängerin, dem umgehängten Herz zufolge die „liebste Omi“, hängte Nemitz spontan eine ihrer Süßigkeiten um den Hals. „Scheena Schütza“ wünschte sie dabei und erklärte: „Ich dachte mir, er bekommt vielleicht nicht so viele Geschenke, drum hab ich ihm etwas von mir gegeben.“ Wie sie sich doch täuschen sollte. Schon als der Zug den Marktplatz passierte, hatten er und seine Mitbewohner jede Menge Präsente umhängen, die sie mit stolzgeschwellter Brust vor sich her trugen. Wie alle anderen lachten und winkten sie ins Publikum, beklatscht, bejubelt und immer wieder umarmt von den Zuschauern. Was für ein emotionaler und ehrenvoller Höhepunkt für jeden einzelnen Jubilar.