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06.11.2020
Kinder-Jugend-Familie

SPZ: 10 Jahre Hilfe für Familien

RAVENSBURG – Seit zehn Jahren unterstützt das Sozialpädiatrische Zentrum (SPZ) der St. Elisabeth-Stiftung in Ravensburg Kinder und Jugendliche mit Entwicklungsbesonderheiten und Auffälligkeiten.

Dr. Anette Schneider, ärztliche Leiterin des SPZ in Ravensburg, freut sich über zahlreiche Erfolge in Diagnostik und Therapie der Einrichtung. Foto: Christa Kohler-Jungwirth/St. Elisabeth-Stiftung

Als zentrale Anlaufstelle in der Region begleitet das SPZ „besondere“ Kinder, diagnostiziert körperliche, psychische, sprachliche, geistige und seelische Entwicklungsstörungen und stellt Therapiepläne auf, um die Kinder bestmöglich zu fördern. Mit großem Erfolg: Mit 2500 Patienten pro Jahr – vom Säugling bis zum jungen Erwachsenen - profitieren heute weit mehr als doppelt so viele Kinder und ihre Eltern von der individuellen, bedarfsgerechten Förderung als noch vor zehn Jahren - und das aus der ganzen Region: von Oberschwaben, dem Bodenseekreis, dem Allgäu bis hin nach Sigmaringen und Balingen auf der Schwäbischen Alb.

Oftmals sind Eltern ratlos und überfordert mit Kindern, die durch motorische, geistige oder sonstige Verhaltensauffälligkeiten aus dem Rahmen fallen. Kinder- und Jugendärzte überweisen dann ans SPZ. Ein Team aus Ärzten, Therapeuten und Psychologen bietet medizinische und Entwicklungsdiagnostik an und erstellt  individuelle Therapiepläne.  

Manche Entwicklungsverzögerungen zeigen sich schon im Säuglingsalter, andere treten erst in der Kita oder in der Schule zutage. Bei manchen Kindern sind vorübergehende Verhaltensauffälligkeiten in der Schule bald therapiert, andere Kinder mit Störungen wie ADHS, Autismus oder Epilepsie werden über mehrere Jahre therapeutisch und medizinisch begleitet. Der größte Teil der Langzeitpatienten sind schwerbehinderte Kinder und Jugendliche mit  Entwicklungsstörungen in allen Bereichen. Die Ursache sind häufig genetische Störungen, wie etwa beim Down- Syndrom. Oft werden auch sehr seltene Krankheiten und neuronale Dysfunktionen aufgedeckt, die noch wenig erforscht sind, aber für gewisse Auffälligkeiten als Ursache ausgemacht werden können – nicht selten eine Entlastung für Eltern, die an ihren erzieherischen Fähigkeiten zweifeln.

Sowohl in der Diagnostik als auch in der Therapie arbeitet das SPZ interdisziplinär und mit verschiedenen Kooperationspartnern zusammen. Sei es die Kinder- und Jugendmedizin an der Oberschwabenklinik, die Kinder- und Jugendpsychiatrie der St. Lukas Klinik oder Ärzten aus anderen Bereichen, wie Kinderorthopädie oder Genetik. Mit im Boot sind Kinderärzte, Kitas und Schulen ebenso wie die Einrichtungen für Behinderte, wie etwa das KBZO oder die Haslachmühle.

Die Kosten für die Beratung und Unterstützung durch das SPZ tragen die Krankenkassen, das Land gibt über die Eingliederungshilfe einen Zuschuss.

Dennoch geht bei schweren und komplexen Fällen die Rechnung nicht auf. Auch die Kosten für besondere Therapien, die das SPZ anbietet, wie Kunst- und Musiktherapie, das videogestützte Erziehungstraining Marte Meo, das Heidelberger Elterntraining sowie der Elternkurs Stepping Stones und die Sozialkompetenzgruppen werden nicht von den Kassen übernommen. Unter Corona-Bedingungen hat sich die Situation noch zugespitzt. Dafür ist das SPZ auf Spenden angewiesen.

„Wir haben sehr hohen Zulauf und lange Wartezeiten“, sagt Dr. Anette Schneider, Leitende Ärztin des SPZ. Weil die Krankenkassen vorgeben, wie viele Kinder im Jahr behandelt werden dürfen, kann das SPZ nach Aussagen von Dr. Anette Schneider dem steigenden Bedarf nicht ausreichend gerecht werden. Leidtragende sind die Kinder mit deren Familien, oft Kinder mit deutlichen Beeinträchtigungen und Behinderungen. Diejenigen, die durch die Anlaufstelle die bestmögliche Diagnostik und Förderung erhalten, profitieren enorm. „Viele unserer Familien leisten Außerordentliches. Diese zu unterstützen, ist unsere Aufgabe, was wir sehr erfolgreich tun“, unterstreicht Dr. Anette Schneider.

 

INFO:  Finanziell kann man das SPZ über folgendes Spendenkonto unterstützen: mit dem Stichwort SPZ an die St. Elisabeth-Stiftung, LIGA-Bank Stuttgart, IBAN: DE18 7509 0300 0000 3005 00, BIC: GENODEF1M05