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07.01.2022
Hospiz St. Martinus

ASB erfüllt Herzenswunsch einer Ulmerin

KIRCHBIERLINGEN/ULM - Einmal noch mit den Kindern in den Zoo gehen, einmal noch im Restaurant essen oder vor der Almhütte sitzen: In der allerletzten Lebensphase ist so mancher Herzenswunsch sehr schwer zu erfüllen. In solchen Fällen hilft der Wünschewagen des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB). Kürzlich war er mit einer Seniorin aus dem Hospiz St. Martinus Alb-Donau unterwegs.

Einmal noch die eigene Wohnung besuchen, das war Anna-Maria Johns sehnlichster Wunsch. Die 75-jährige war lange im Krankenhaus. Von dort ist sie direkt ins Hospiz St. Martinus Alb-Donau in Ehingen-Kirchbierlingen gekommen. In der Herberge für unheilbar kranke Menschen fühlt die Seniorin sich wohl. Aber da war doch immer noch ihre eigene Wohnung in Ulm, von der sie sich noch nicht richtig verabschiedet hatte. Da kam der ASB-Wünschewagen gerade recht.

Ein dreiköpfiges qualifiziertes Team aus Rettungsdienst und Pflege hat die Seniorin im Hospiz abgeholt. Im komfortablen Wünschewagen  ging es nach Ulm in die Wohnung der Seniorin. „Das war sehr schön“, sagt Anna-Maria John. Sie hat den Aufenthalt in ihrer Wohnung sehr genossen und hat viel eingepackt. Jetzt ist sie glücklich, dass sie ihre geliebten Keramikpuppen wieder um sich hat.

„Wir sind total begeistert von diesem Angebot des ASB“, sagt Sabine Graf. Sie ist Pflegedienstleiterin im Hospiz St. Martinus. Ihr gefällt „das sympathische ASB-Team, die tolle Atmosphäre im Wünschewagen und die vielseitige Ausstattung des Fahrzeugs, zum Beispiel mit Medikamenten und Sauerstoffgerät.“ So war die Pflegedienstleiterin sicher, dass ihr Hospizgast unterwegs gut versorgt wird. Auf der Rückfahrt hat das ASB-Team bereits Erinnerungsfotos ausgedruckt. Als Andenken haben sie der Seniorin einen Bildband überreicht.

„Wir versuchen, jeden individuellen Wunsch zu ermöglichen“, sagt Silke Löser vom ASB. Sie berichtet von einer Seniorin aus Madagaskar, mit der das Wünschewagen-Team zu einem madegassischen Gottesdienst gefahren ist. Ein Gast wollte vor seinem Tod unbedingt nochmal durch seinen Heimatort fahren, einer ein Fischbrötchen essen in Hamburg. Ein Junge hatte sich gewünscht, den Drehort eines James-Bond-Films zu besuchen. Einmal haben sie organisiert, dass ein Gast Pinguine auf den Schoß nehmen und streicheln konnte. „Das ist natürlich unterschiedlich aufwendig“, sagt die ASB-Projektleiterin. „Aber das Schöne daran ist: Wir können kreativ sein.“

23 Wünschewagen hat der ASB bundesweit im Einsatz. Die begleitenden Teams arbeiten ehrenamtlich, die anfallenden Kosten werden über Spenden finanziert. Für die Gäste sind die Fahrten kostenfrei. Das Spendenkonto des ASB bei der BW-Bank: IBAN DE10 6005 0101 0002 6027 74, BIC SOLADEST600, Stichwort: Wünschewagen. Weitere Informationen gibt es unter https://wuenschewagen.de.